Max (Jason Bateman) ist bei jedem Spiel mit Haut und Haaren dabei.
John Francis Daley und Jonathan Goldsteins Actionkomödie "Game Night" überzeugt mit guten Gags und ausgezeichneten Schauspielern.

Game Night

KINOSTART: 01.03.2018 • Komödie • USA (2018) • 100 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Game Night
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Filmstudio
New Line Cinema, Aggregate Films, Davis Entertainment
Budget
37.000.000 USD
Einspielergebnis
114.093.654 USD
Laufzeit
100 Minuten
Regie
John Francis Daley, Jonathan Goldstein
Music
Cliff Martinez
Kamera
Barry Peterson, Jason Ellson, Hopper Stone

Filmkritik

Verblüffend gut gespielt
von Gabriele Summen

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Jesse Plemons, der "Breaking Bad"-Star, Protagonist einer der besten "Black Mirror"-Folgen, für den Oscar nominiert wird. In der Actionkomödie "Game Night" von John Francis Daley und Jonathan Goldstein füllt Plemons, der aussieht wie der abgründige, jüngere Bruder von Matt Damon, einen unheimlichen Nachbarn mit so viel absurdem Witz und Tiefe, dass er dem ebenfalls großartig aufspielenden Ensemble – allen voran Jason Bateman und Rachel McAdams – in den gemeinsamen Szenen stets die Show stiehlt. Alle anderen Figuren wirken gegen ihn ein wenig klischeehaft. Dies schadet aber dem durchgängig wunderbaren Humor nicht.

In den ersten amüsant-charmanten zehn Minuten lernen sich Jason Bateman als Max und Rachel McAdams als Annie kennen – zwei Schauspieler, zwischen denen die Chemie einfach perfekt ist, genau wie ihr Sinn für Timing. Problemlos nimmt man ihnen das nach jeglicher Art von Spielen verrückte Liebespaar, das sich bei einem Kneipenquiz kennenlernt, ab. Die beiden heiraten und laden ihre Freunde fortan zu einem wöchentlichen Spieleabend ein.

Da sind Kevin (Lamorne Morris) und Michelle (Kylie Bunbury), ein Ehepaar, dass sich über die gesamte Filmlänge darüber streiten wird, ob Michelle eine voreheliche Affäre mit Denzel Washington hatte – der einzige Running Gag, der etwas überstrapaziert wird. Zur gewinnsüchtigen Truppe gesellt sich noch Schwerenöter Ryan (Billy Magnussen), der jede Woche eine andere hirnlose, weibliche Begleitung anschleppt. Am entscheidenden Abend, als sie im Haus von Max' wesentlich erfolgreicherem Bruder Brooks (Kyle Chandler) eingeladen sind, bringt er allerdings beileibe kein Dummchen, sondern die kluge und schlagfertige Sarah (Sharon Horgan) mit.

Zu seinem großen Verdruss wird Max' und Michelles direkter Nachbar, der merkwürdige Polizist Gary (Jesse Plemons), nicht mehr eingeladen, seitdem sich seine bessere Hälfte von ihm hat scheiden lassen. Dennoch bekommt man ihn und auch seinen kleinen, nervigen Hund Sebastian im Verlaufe des Films noch in einigen überzogenen Slapstick-Szenen zu sehen.

Wunderbar absurde Szenen

Brooks hat sich etwas Besonderes für den Spieleabend ausgedacht: eine Murder-Mystery-Party, bei der er von Schauspielern entführt wird. Als Preis für die Lösung des Falls winkt sein Porsche Spyder – Max' Traumauto, das der von Minderwertigkeitskomplexen und psychisch bedingter Unfruchtbarkeit geplagte Bruder unbedingt gewinnen will.

Während der FBI-Mann, der zunächst auftaucht, noch Fake ist, sind es die Entführer, die kurz darauf auf der Bildfläche erscheinen, mitnichten. Das begreift die Käsehäppchen mampfende Crew erst allmählich, was zu einigen absurden Szenen führt, die die Lachmuskeln wunderbar trainieren.

Nach und nach kapieren alle Spieler, dass Brooks in zwielichtige Geschäfte verwickelt ist, tatsächlich entführt wurde und in Lebensgefahr schwebt. Diese Tatsache beschert dem auch im Folgenden noch sehr wendungsreichen Film einige flott inszenierte und von Kameramann Barry Peterson einnehmend gefilmte Actionsequenzen.

Stark ist auch eine in einer einzigen Einstellung gedrehte Szene, in der die Spieler ein Fabergé-Ei aus einem Haus dekadenter Leute stehlen – in der Annahme, damit Brooks zu helfen. Wenn die kurzweilige Filmnacht vorbei ist und die Lachmuskeln sich wieder beruhigt haben, wird vor allem Jesse Plemons herausragende Performance noch länger beim Zuschauer nachhallen.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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