Ein Mann trifft in einem Barockschloss auf eine Frau, von der er behauptet, sie bereits ein Jahr zuvor am selben Ort getroffen zu haben, um zusammen ein neues Leben zu beginnen. In bruchstückhaften Erinnerungen beschwört er ihre gemeinsame Vergangenheit, doch die Frau kann sich an nichts erinnern ...

Alain Resnais gelang mit diesem Werk ein brillantes Stück Kinogeschichte. Eine Handlung sucht man hier vergebens. Der Film ist ein inszeniertes abstraktes Labyrinth aus Erinnerungen, Fiktion, Traum und Gegenwart, die der Betrachter nicht mehr zu unterscheiden vermag. Die fast schon halluzinativen Bilder stammen von der französischen Kamera-Legende Sacha Vierny, der Werke wie Luis Buñuels "Belle de jour - Schöne des Tages", Zulawskis "Die öffentliche Frau" und diverse Filme Greenaways (von "Ein Z und zwei Nullen" über "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" bis zu "Die Bettlektüre") fotografierte. Das Drehbuch stammt von dem im Februar 2008 verstorbenen französischen Surrealisten und Begründer der Bewegung "Le Nouveau Roman" Alain Robbe-Grillet, der sich später auch als Filmemacher versuchte. Allerdings inszenierte er in über 40 Jahren lediglich zehn Werke. "Letztes Jahr in Marienbad" war 1961 bei den Filmfestspielen in Venedig der Gewinner des Goldenen Löwen.

Foto: Kinowelt/Arthaus