Zusammenhalt ist alles: Die Sozialarbeiterin Anna (Linda Cardellini, Mitte) verteidigt ihre Kinder Samantha (Jaynee-Lynne Kinchen) und Chris (Roman Christou) wie eine Löwenmutter.
Aus dem Wasser entsteigt das Grauen: La Llorona, die weinende Frau, macht sich auf die Suche nach hilflosen Kindern.

Lloronas Fluch

KINOSTART: 18.04.2019 • Horror • USA (2019) • 94 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
The Curse of La Llorona
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
USA
Filmstudio
Atomic Monster, New Line Cinema, Emile Gladstone Productions
Budget
9.000.000 USD
Einspielergebnis
122.033.739 USD
Laufzeit
94 Minuten
Regie
Michael Chaves
Music
Joseph Bishara
Kamera
Michael Burgess

Filmkritik

Tödliche Tränen
von Christopher Diekhaus

Im Langfilmdebüt von Michael Chaves hat es der Geist einer weinenden Frau auf die Kinder einer Sozialarbeiterin abgesehen. "Lloronas Fluch" basiert auf einer Schauermär, die vor allem in Südamerika für Grusel sorgt.

Es wächst und gedeiht. Gemeint ist das sogenannte "Conjuring"-Universum, eine Reihe von Horrorfilmen, die – mal mehr, mal weniger direkt – mit den Fällen der real existierenden Geisterjäger Ed und Lorrain Warren zusammenhängen. Neben den beiden Hauptwerken "Conjuring - Die Heimsuchung" und "Conjuring - Die Heimsuchung" erschienen in den letzten Jahren mit "Annabelle", "Annabelle 2" und "The Nun" zudem mehrere Ableger. Als sechster Teil entpuppt sich nun überraschenderweise der Gruselthriller "Lloronas Fluch", den man lange für ein komplett eigenständiges Werk halten musste. Durch das Auftauchen eines Priesters schlägt der Film allerdings einen Bogen zu "Annabelle" und fügt sich damit in den "Conjuring"-Erzählkosmos ein.

Nach einem sonnendurchfluteten, in Mexiko spielenden Prolog entführt "Lloronas Fluch" das Publikum ins Los Angeles des Jahres 1973, wo die engagierte Sozialarbeiterin Anna (Linda Cardellini) so gut es eben geht versucht, den Tod ihres Ehemannes zu verarbeiten. Als sie einer Frau namens Patricia Alvarez (Patricia Velasquez) wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung einen Besuch abstatten muss, macht Anna eine erschreckende Entdeckung: In einem seltsam verzierten Wandschrank entdeckt sie die eingesperrten Söhne von Patricia. Die beiden Jungs werden in ein Krankenhaus gebracht, wo sie mitten in der Nacht einem bösen Geist begegnen; nur wenig später werden ihre Leichen aus einem Fluss gezogen. Patricias kryptische Warnungen vor La Llorona, der weinenden Frau, klingen für die Sozialarbeiterin zunächst wie Hirngespinste. Doch schon bald beschleicht Anna das Gefühl, dass eine unheimliche Macht auch ihre Kinder ins Visier genommen hat.

"Lloronas Fluch" basiert auf einer Legende aus der lateinamerikanischen Folklore. Es ist allerdings ernüchternd, wie Regisseur und Spielfilmdebütant Michael Chaves und das Autorengespann Mikki Daughtry und Tobias Iaconis mit der vor allem in Mexiko weit verbreiteten Schauermär um die weinende Frau verfahren. Das Besondere an La Llorona arbeitet der Film nie zufriedenstellend heraus. Soll heißen: Der Fluch und seine Ursprünge bleiben austauschbare Aufhänger für eine letztlich arg vertraut daherkommende Spukgeschichte. Spätestens im Schlussdrittel veranstalten die Macher konventionellen Budenzauber, bei dem natürlich auch ein in überweltlichen Dingen bewanderter Experte (Raymond Cruz) nicht fehlen darf.

Dass "Lloronas Fluch" auf Handlungsebene eine eigene Note vermissen lässt, ist ärgerlich. Die ordentliche Inszenierung und die gefällige Retro-Ausstattung gleichen manche Schwächen aber aus. Statt von Anfang an auf laute Schockmomente zu setzen, bemüht sich Regisseur Chavez in der ersten Hälfte um atmosphärische Akzente und taucht seinen regenverhangenen Handlungsort Los Angeles in schillernd-düstere Farben. Dem Trend zum knallig-lauten Buh-Effekt eifert er mit zunehmender Dauer allerdings stärker nach – und erreicht auf diese Weise oftmals bloß das Gegenteil.

Einen Schauer über den Rücken jagen einem vor allem jene Momente, die nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen. Die den Holzhammer beiseite lassen und sich auf die Panik, die Angst der Protagonisten konzentrieren. Schade nur, dass es davon nicht genügend gibt, um "Lloronas Fluch" zu einem erinnerungswürdigen Spukereignis zu machen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Patricia Velasquez lächelt in die Kamera.
Patricia Velasquez
Weitere Darsteller
Linda Cardellini Raymond Cruz Roman Christou Jaynee-Lynne Kinchen Marisol Ramirez Sean Patrick Thomas Tony Amendola Oliver Alexander Aiden Lewandowski Irene Keng DeLaRosa Rivera Madeleine McGraw Sophia Santi Jethan Camarena Fontana Sim Scarlett Black Don Roberson Sierra Heuermann Paul Rodríguez John Marshall Jones Ricardo Mamood-Vega Andrew Tinpo Lee

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