Der Teufel (Samuel Finzi) besucht seine Tochter (Emma Bading) auf Erden.
Gelungene Teenie-Komödie: "Meine teuflisch gute Freundin".

Meine teuflisch gute Freundin

KINOSTART: 28.06.2018 • Komödie • D (2017) • 100 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
D
Laufzeit
100 Minuten
Regie

Filmkritik

Teuflische Teenager
Von Heidi Reutter

Es ist ja nicht ganz einfach, Kinder- und Jugendfilme derart zu gestalten, dass sie den Geschmack ihrer Zielgruppe treffen. Allzu oft sind solche Produktionen entweder zu ambitioniert oder schlichtweg albern, weil hoffnungslos überdreht und niveaulos. Regisseur Marco Petry gelingt der Spagat zwischen Anspruch, Ansprache und Witz recht gut. "Meine teuflisch gute Freundin" ist ein durchaus pfiffiger Film, der sich authentisch mit den Nöten von Teenagern auseinandersetzt und sich der Frage widmet, ob es überhaupt Sinn ergibt, ein guter Mensch zu sein.

Lilith (Emma Bading) ist 14 und hat einen Wunsch: Sie will endlich weg von zu Hause und unter Menschen – wobei die allerdings nicht ihresgleichen sind. Denn Lilith, dieses wilde, explosive Mädchen mit der feuerroten Mähne, ist keine Geringere als die Tochter des Teufels (Samuel Finzi). Der hat den Nachwuchs bisher zu Hause unterrichten lassen und nach bestem Gewissen zu einem manipulativen Menschen erzogen. Weil ihr daheim in der Hölle allmählich die Decke auf den Kopf fällt, geht Lilith mit ihrem Vater eine Wette ein: Wenn sie es schafft, den Charakter einer anständigen Person innerhalb einer Woche zu verderben, darf sie dauerhaft auf der Erde bleiben, um Chaos zu stiften.

Und so zieht Lilith in das kuschelige Zuhause der Gutmenschen-Familie Birnstein ein, um deren brave Tochter Greta (Janina Fautz) zu schlechtem Verhalten anzustiften. Gar nicht so einfach, denn Greta ist in der Schule zwar eine Außenseiterin und wird dort von den typischen Zicken gemobbt, aber ihre Familie gibt ihr den moralischen Rückhalt und jene Geborgenheit, die Liltih nie erfahren hat. Und so fruchten Liliths Gemeinheiten erstmal nicht, bis sie die übelsten Register zieht ...

Ganz klar: Der Star dieses Films ist die inzwischen 20-jährige Emma Bading, die schon in der sehr gelungenen Sommer-Komödie "Lucky Loser" (2017) auffiel. Die Rolle der diabolischen Lilith erfüllt sie mit Witz und Souveränität, sodass es amüsant mit anzusehen ist, wie sie lustvoll versucht, ihre Umgebung aufs Fieseste zu manipulieren, ohne jegliche Anstandsregeln zu beachten. Man muss schmunzeln, wenn sie den Rüpeln an der Schule schlagkräftig Paroli bietet oder die überheblichen Tussis gehörig an der Nase herumführt. Aber dann funkt die Liebe dazwischen, und Lilith fühlt sich plötzlich "ganz komisch", wenn ihr attraktiver Mitschüler Samuel (Ludwig Simon) in ihrer Nähe ist.

Neben Emma Bading, von der man noch viel hören wird, sind auch die anderen Darsteller überzeugend besetzt: Samuel Finzi ist ein göttlicher Teufel, Oliver Korittke und Alwara Höfels überzeugen als vorbildliche Öko-Eltern ebenso wie Janina Fautz als biedere Strickkleid-Tochter. Insofern hat nicht nur das Castingbüro ganze Arbeit geleistet. Regisseur Marco Petry hat verstanden, wie man die Geschichte, deren Ausgang gleichwohl etwas vorhersehbar ist, stimmig in bewegte Bilder umsetzt. Auch wenn diese nicht unbedingt für die große Leinwand gemacht sind.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller
Auch auf der Bühne ein Großer: Samuel Finzi.
Samuel Finzi
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Schauspielerin Janina Fautz.
Janina Fautz
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