Max (Nikolaj-Coster-Waldau) wartet im Hotel Aurora auf seinen Tod.
Der dänische Film "Suicide Tourist" ist irgendwo zwischen Drama und Thriller angesiedelt.

Suicide Tourist

KINOSTART: 02.07.2020 • Drama • DK/D/N (2019) • 90 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Selvmordsturisten
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
DK/D/N
Filmstudio
Snowglobe, Mer Film, Film i Väst, DCM Pictures, Charades, Garage Film AB, DR, SVT, ZDF, ARTE, Det Danske Filminstitut, Norsk Filminstitutt, Svenska Filminstitutet, Eurimages, MEDIA Programme of the European Union, Zefyr Media Fund, DCM Productions, Mittel
Einspielergebnis
3.955 USD
Laufzeit
90 Minuten
Regie
Jonas Alexander Arnby
Music
Mikkel Hess
Kamera
Niels Thastum

Filmkritik

Schöner sterben
von Sven Hauberg

You can check out any time you like, but you can never leave: In "Suicide Tourist" verschlägt es "Game of Thrones"-Star Nikolaj Coster-Waldau in ein Hotel für Sterbewillige.

Es ist einer dieser Sätze, die niemand gerne von seinem Arzt hört. "Wenn es etwas gibt, das Sie wirklich tun wollen, tun Sie es jetzt", sagt der Mediziner zu Max Isaksen (Nikolaj Coster-Waldau). Dass er krank ist, weiß Max da schon länger. Jeden Morgen fragt ihn eine App, wie es ihm heute geht (Schlaf: 6 von 10, körperliche Fitness: 5 von 10) und lässt ihn Zungenbrecher aufsagen, um sein Sprachzentrum zu trainieren. Der Hirntumor, der in Max' Kopf wächst, wird aber immer größer. Max wird von Schwindelanfällen geplagt, kippt manchmal unvermittelt um. Also entschließt er sich, seinem Leben ein Ende zu bereiten, bevor er seiner Frau Laerke (Tuva Novotny) zur Last fällt.

Man könnte meinen, "Suicide Tourist" wäre ein Film über selbstbestimmtes Sterben, über den Wert des Lebens und den Wert des Todes. Doch der Film des Dänen Jonas Alexander Arnby beginnt bereits seltsam, kalt, düster, unnahbar. Und dann ist da noch der deutsche Untertitel, "Es gibt kein Entkommen", der wenig subtil andeutet, dass man eher einen Thriller erwarten darf als ein gefühliges Melodram. Tatsächlich pendelt der Film aber über weite Strecken recht unentschlossen zwischen den Genres und überrascht auf den letzten Metern sogar noch mit einem Mystery-Element. Ob es geschmacklos ist, mit einem ernsten Thema so umzugehen, mag jeder selbst entscheiden. Ärgerlich ist es allemal, wenn sich ein Film nicht entscheiden kann, was er sein will, wenn sich ein Filmemacher nicht traut, sein Werk in eine Richtung zu steuern, sondern unentschlossen in der Luft hängen lässt.

Hauptdarsteller Coster-Waldau, der als inzestuöser Königsspross Jamie Lannister in der Serie "Game of Thrones" bekannt wurde, ficht das nicht an. Er versteckt sich zwar den ganzen Film über hinter einer hässlichen Brille und einem riesigen Oberlippenbart, spielt den sterbenskranken Max aber so überzeugend, wie es das Drehbuch zulässt. Zweimal will er sich von eigener Hand töten, doch beide Versuche gehen schief. Über eine Kundin, deren Mann sich das Leben genommen hatte – Max arbeitet für eine Versicherung -, erfährt er von einer Selbsthilfeorganisation für Sterbewillige.

Also reist er – nein, nicht in die Schweiz, sondern irgendwo hoch in den skandinavischen Norden, zu Aurora, wie sich der Verein nennt. Max geht in ein schlichtes, in nordischem Chic gehaltenes Hotel, rundherum schneebedeckte Berge, vor den großen Fenstern ein wilder Bach. Die Gäste, allesamt des Lebens überdrüssig oder eben auch todkrank, machen hier Atemübungen, versuchen, sich angesichts des aus ihrer Sicht Unausweichlichen zu entspannen. Es ist so schön hier, dass man eigentlich gar nicht mehr wegwill. Max unterschreibt dennoch die nötigen Papiere, bespricht mit seiner "Abschiedsberaterin" die letzten Dinge, und nimmt ein Video für seine Partnerin und wohl auch für die Behörden auf ("Wenn Sie das hier sehen, bin ich bereits tot ...").

Erzählt wird all das mit einer befremdlichen Distanz und äußerst unterkühlt. Mit Max mitzufühlen, seine Motivation und die der anderen Gäste im Selbstmordhotel nachzuvollziehen, fällt schwer. Als Max dann eine seltsame Entdeckung macht und merkt, dass etwas sehr faul ist in der tödlichen Idylle von Aurora, wird einem aber bewusst: "Suicide Tourist" ist kein bisschen daran interessiert, etwas preiszugeben über die innerste Motivation seiner Protagonisten. All die doch sehr oberflächlichen Einblicke in Max' Seelenleben dienen lediglich als Vorbereitung für eine sehr seltsame Wendung, die der Film irgendwann nimmt, die aber so spät kommt, dass man sich noch immer verwundert die Augen reibt, wenn der Abspann längst begonnen hat.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

Dank "Die Päpstin" zu internationaler Bekanntheit: Johanna Wokalek.
Johanna Wokalek
Macht nicht nur in der Fantasy-Mär "Game Of Thrones" eine gute Figur, sondern überzeugt auch im Anzug: Nikolaj Coster-Waldau.
Nikolaj Coster-Waldau
Eine schöne Schwedin: Tuva Novotny in dem in
Dänemark produzierten Thriller "Kandidaten"
Tuva Novotny
Weitere Darsteller
Sonja Richter Kate Ashfield Robert Aramayo Jan Bijvoet Slimane Dazi Vibeke Hastrup Kaya Wilkins Anders Mossling Mette Lysdahl Lorraine Hilton Solbjørg Højfeldt Christine Albeck Børge Peder Pedersen Per Egil Aske

Neu im kino

The Death of Robin Hood (2026)
The Death of Robin Hood
Drama • 2026
LOL 2.0 (2026)
LOL 2.0: Anne’s Golden Hour
Komödie • 2026
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens (2025)
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens
Animation • 2025
prisma-Redaktion
Dolly (2026)
Dolly
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit (2026)
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Mystery • 2026
prisma-Redaktion
Masters of the Universe (2026)
Masters of the Universe
Action • 2026
prisma-Redaktion
Sommer auf Asphalt (2026)
Sommer auf Asphalt
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Scary Movie (2026)
Scary Movie
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Solo Mio (2026)
Solo Mio
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Passenger (2026)
Passenger
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Verflucht normal (2025)
Verflucht normal
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Backrooms (2026)
Backrooms
Horror • 2026
Vivaldi und ich (2025)
Vivaldi und ich
Musik • 2025
prisma-Redaktion
Mother Mary (2026)
Mother Mary
Musik • 2026
prisma-Redaktion
The Mandalorian and Grogu (2026)
Star Wars: The Mandalorian and Grogu
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang (2026)
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Glennkill – Ein Schafskrimi (2026)
Glennkill – Ein Schafskrimi
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus (2026)
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Nürnberg (2025)
Nürnberg
Historie • 2025
prisma-Redaktion
Love Me Tender (2025)
Love Me Tender
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Mortal Kombat II (2026)
Mortal Kombat II
Action • 2026
prisma-Redaktion
Der Teufel trägt Prada 2 (2026)
Der Teufel trägt Prada 2
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Der Wunderweltenbaum (2026)
Der Wunderweltenbaum
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Rose (2026)
Rose
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Die reichste Frau der Welt (2025)
Die reichste Frau der Welt
Komödie • 2025
prisma-Redaktion
Pferd am Stiel – Ein Hobby-Horsing-Abenteuer (2026)
Pferd am Stiel – Ein Hobby-Horsing-Abenteuer
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Michael (2026)
Michael
Musik • 2026
prisma-Redaktion
Paris Murder Mystery (2025)
Paris Murder Mystery
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Lee Cronin's The Mummy (2026)
Lee Cronin's The Mummy
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Kiss of the Spider Woman (2025)
Kiss of the Spider Woman
Liebesfilm • 2025
prisma-Redaktion