Als 1936 der Kung-Fu-Meister Ip Man in seinen südchinesischen Heimatort Foshan kommt, weil dort der Großmeister Gong Bao-Sen seinen Rücktritt aus der führenden Kampfkunst-Schule verkünden will, triff er auf Gongs Tochter, die aparte Kung-Fu-Kämpferin Gong Er. Es ist zwar Liebe auf den ersten Blick, doch Ip Man ist verheiratet. Außerdem fällt die Wahl des Gegners für Gong Bao-Sens letzten Kampf ausgerechnet auf Ip Man. Der bislang unbesiegte Kämpfer kann auch gegen Ers Vater gewinnen. Die Schöne kann die Niederlage des Vater zwar nur schwer verwinden, trifft aber auch in der Zukunft immer wieder auf Ip Man. Gong Er arbeitet als Ärztin, während Ip Man eine Kampfschule leitet. Einer seiner Schüler heißt Bruce Lee ...

Zugegeben: Wong Kar-wai sind hier durchaus packende Bilder gelungen. Doch die Geschichte um den legendären Kämpfer Ip Man (1893-1972) ist sehr wirr bzw. verworren erzählt, zumal Kar-wai nicht wirklich der geeignete Mann für Martial-Arts-Filme zu sein scheint. Er verordnete seinen Hauptdarstellern zwar etliche Sonderstunden Kampftraining, verzichtete aber auf eine packende Choreografie, die das erlernte Können der Protagonisten ausgiebig zelebriert. Zudem sah sich der Regisseur gezwungen, seine über vierstündige Filmversion auf 115 Minuten herunter zu schneiden. Das darunter die gesamte Dramaturgie leiden würde, war durchaus vorherzusehen. Das Ergebnis ist weder eine Biografie der Kung-Fu-Legende noch ein Actionfilm oder ein Historiendrama, sondern lediglich ein stilisierter Bilderreigen.

Foto: Wild Bunch