Er ist Komponist, vertonte Hörspiele und Dokumentarfilme, schrieb Theatermusik und arbeitete als Kapellmeister: Prof. Willy Sommerfeld. Der am 11. Mai 1904 in Danzig geborene dienstälteste aktive Stummfilm-Pianist weltweit hat die Anfänge des Films am Piano miterlebt. Willy, wie Ihn die Fans liebevoll nennen, hat die Zarenhymne in Josef von Sternbergs "Sein letzter Befehl" bildsynchron parat und findet spontan die richtigen Töne für die Verführung des Bösen in Fritz Langs "Metropolis". Aber auch die Einübung der Ehepflichten in Ernst Lubitschs "Die Austernprinzessin" fließt ihm auf Abruf aus den Händen und einfühlsam umspielt er die Tragik des Alterns in Friedrich Wilhelm Murnaus "Der letzte Mann".

Dokumentarfilmerin Ilona Ziok ("Kurt Gerrons Karussell") widmet dem legendären Stummfilmpianisten diesen Film. Sequenzen bekannter, skurriler und fast vergessener Stummfilme illustrieren Sommerfelds Lebensweg, den er im Film selbst live am Piano untermalt. Sommerfelds unnachahmliche Stummfilmmusik, die den Zauber des frühen Kinos neu auferstehen lässt, entführt den Zuschauer in die wunderbare Welt der Geburtsstunde des Kinos.

Foto: Horch & Guck