Dik Trommel heißt nicht nur so, er ist auch ziemlich dick. Denn er lebt im beschaulichen Pummelstadt, und da sind schließlich alle Menschen dick und deshalb wohl auch glücklich, gemütlich, stets hungrig und lustig. Doch als sich Diks Eltern ihren Lebenstraum vom eigenen Restaurant erfüllen können, zieht die Familie nach Dünnhausen, eine Stadt, in der Askese Trumpf ist. Von dem Gesundheitsfraß, dem Dauersport und der ständigen Enthaltsamkeit wenig angetan, verliebt sich Dik dennoch in die schlanke Balletttänzerin Liese. Aber Dik hat einen Nebenbuhler ...

Die Figur Dik Trom basiert auf den in den Niederlanden populären sechs Kinderbüchern von Johan Kievit, die bereits während des Krieges erstmals mit "Uit het leven van Dik Trom" (1941) für die Leinwand adaptiert und 1947 mit "Dik Trom en zijn dorpsgenoten" erneut aufgegriffen wurden, bevor Kinderfilmregisseur Henk van der Linden mit seinen doch recht dilettantischen Werken eine ganze Reihe von Filmen mit der beliebten wie beleibten Figur in Szene setzte. Nach "Nieuwe avonturen van Dik Trom" von 1958 folgte 1960 "Dik Trom en het circus", 1973 das Remake "Dik Trom en zijn dorpsgenoten", 1974 "Dik Trom knapt het op " und 1976 schließlich "Dik Trom weet raad" . (1976). Spielfilmdebütant Arne Toonen - sein zweiter Film, die schwarze Action-Komödie "Black Out", lief beim FantasyFilmFest 2012 – hat sich von seinen Vorgängern zum Glück ebenso gelöst wie von der tumben Figur der Romane und einen bezaubernden Kinderfilm geschaffen, der mit Fantasie und vielen filmischen Finessen die erfrischende Geschichte eines Jugendlichen und seiner ersten, durchaus komplizierten Liebe einfühlsam und überaus witzig erzählt. Auch wenn die Geschichte eher für ein präpubertäres Publikum gedacht ist, werden auch Erwachsene ihren Spaß an den visuellen Einfällen und den Gags über Fettleibigkeit und Gesundheitswahn haben. Allerdings gibt es Abzüge für die oft hölzerne Synchronisation.

Foto: Alpha Medienkontor