Der junge Jullo lebt in Lugano und hat nur eines im Sinn: das Skatboarden. Doch dann der Schock. Als er sich in einem Krankenhaus untersuchen lässt, stellen die Ärzte einen irreparablen Herzfehler fest. Nun muss ein Spenderorgan her. Ganz andere Sorgen hat die 17jährige Chiara, deren Leben bisher nur als Skifahren bestand. Doch nach dem Gewinn einer olympischen Silbermedaille will sie erst einmal nur so sein wie jedes andere Mädchen in ihrem Alter. Edo hingegen hat sich Sprayen vom Gaffitis verschrieben und hat die Idee zu einem ganz besonderen Kunstwerk ...

Der 1982 in Lugano geborene Schweizer Filmemacher Niccolò Castelli taucht in seinem Episoden-Drama in das Leben dreier Jugendlicher auf der Schwelle zum Erwachsenwerden ein. Ein Umstand ist seinen drei Protagonisten gemeinsam: Sie haben Probleme mit ihrem Leben, es muss sich etwas ändern, sie sind quasi am Boden zerstört - allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Deshalb auch der Originaltitel "Tutti gìu", was frei ins Deutsche übersetzt soviel wie "Alle nach unten" bedeutet. Die Darstellung des Milieus - hier konnte Castelli auf eigene Erlebnisse zurückgreifen - ist gelungen, doch spannend ist das Ganze nicht. Vielmehr plätschert "Tutti gìu" meist vor sich hin, dramatische Höhepunkte (bis auf den Beginn und am Ende) sucht der Zuschauer vergeblich. So ist dies ein recht authentischer Blick auf die Jugendszene in Lugano, aber die Vertiefung der Charaktere und ihrer Beweggründe bleibt leider aus. Gut und natürlich ist das Spiel der drei Hauptdarsteller Yanick Cohades, Nicola Perot und Lara Gut, wobei die Letztgenannte einen großen Vorteil hat: die Schweizer Skirennfahrerin spielt sich als Chaira quasi selbst!

Foto: Eclipse