Ein mongolischer Viehhirte lebt mit seiner Familie in der Einsamkeit der Steppe, in der nur ab und zu ein stets besoffener Onkel aus der Stadt eintrifft. Hier existiert die Zivilisation nur in Form eines Schweizer Taschenmessers oder einer Plastiktrompete. In dieser Abgeschiedenheit hat ein russischer LKW-Fahrer eine Panne und stößt auf die Familie. Aus der anfänglichen Distanz erwächst bald eine Freundschaft ...

"Der sowjetische Film besteht heute nur noch in der Negation... Diese Tendenz lehne ich ab: Ich möchte mich nicht negativ definieren, indem ich Filme über das mache, was mir nicht gefällt, Filme die anklagen. Ich mache lieber Filme über das, was mir gefällt, und von dem ausgehend, kann man dann eventuell verstehen, was mir nicht zusagt." Soweit die Ausnahmeerscheinung in der sowjetischen Filmlandschaft Nikita Michalkow. "Urga" - u. a. in Venedig und Köln mit dem jeweiligen Hauptpreis gekürt - ist demnach auch kein typisches depressives Ost-Block-Werk und spielt zudem noch in der hügelreichen Steppe der Mongolei: Urga ist zunächst nur die Bezeichnung eines Tierfanggerätes (ein langer Stock, an dem ein lasso-artiges Seil befestigt ist), steht aber im Film als Symbol für die Liebe, für ein Lebensgefühl, für die Weite der mongolische Steppe und für die Naturverbundenheit ihrer Bewohner. Wunderbare Bilder, sympathische Darsteller und einfache, aber beeindruckende fimische Mittel sorgen für exzellente Unterhaltung.

Foto: Winkler-Film