Die snobistische Lily (Anya Taylor-Joy) lebt in einem sehr wohlhabenden Viertel.
In Cory Finleys verstörendem Psychothriller "Vollblüter" planen zwei kaltblütige Teenager einen Mord.

Vollblüter

KINOSTART: 09.08.2018 • Thriller • USA (2017) • 93 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Thoroughbreds
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
USA
Filmstudio
June Pictures, B Story, Big Indie Pictures, The Walsh Company
Budget
5.000.000 USD
Einspielergebnis
2.830.775 USD
Laufzeit
93 Minuten
Regie
Cory Finley
Music
Erik Friedlander
Kamera
Lyle Vincent, Jonathan Beattie, Claire Folger

Filmkritik

Hitchcock hätte seine wahre Freude
von Gabriele Summen

Was wäre, wenn jemand nichts fühlen könnte, weder Angst noch Trauer noch Glück oder Wut? Und was wäre, wenn dieser auf jemanden träfe, der voller unterdrückter Emotionen ist und unter einem fiesen Stiefvater zu leiden hat? Was wäre weiterhin, wenn diese beiden Figuren nicht nur reich, sondern auch noch Teenagerinnen an der Schwelle zum Erwachsensein sind, die ihren eigenen Moralkodex erst noch festlegen beziehungsweise festigen müssen? Diesen interessanten Fragen geht der erfolgreiche New Yorker Theaterautor Cory Finley in seinem Regiedebüt "Vollblüter" nach, einem handwerklich makellosen, spannenden Psychothriller, der weit mehr ist als das und wie eine explosive Mischung aus "American Psycho", "Heathers" und "Heavenly Creatures" wirkt. Olivia Cooke, die zurzeit in Steven Spielbergs "Ready Player One" zu sehen, ist und Anya Taylor-Joy ("Split") verkörpern diese beiden Mädchen meisterhaft.

Lily (Anya Taylor-Joy) wohnt in einem sehr wohlhabenden Viertel in Connecticut. Sie ist höflich, schick gekleidet, intelligent – und hasst ihren Stiefvater abgrundtief. Amanda (Olivia Cooke) dagegen ist eine gefühllose, grundehrliche Soziopathin, die vor dem Spiegel lächeln üben muss und sich selbst beigebracht hat, auf Kommando zu weinen. Ihre Ärzte verzweifeln an dem Mädchen, das wie eine leere Hülle wirkt. Eiskalt hat Amanda ihr Pferd, den titelgebenden Vollblüter mit einem Messer abgeschlachtet, da er unheilbar lahmte. Ihre verzweifelte Mutter schickt das isolierte Mädchen zu ihrer ehemaligen Sandkastenfreundin Lily, um ihr Nachhilfe zu geben. Heimlich bezahlt sie sie dafür.

Doch wider Erwarten freunden sich die beiden grundverschiedenen Mädchen an. Zwischen ihnen herrscht von Beginn an eine ungute Spannung, die sich nicht nur auf die außergewöhnliche Schauspielleistung der beiden, sondern auch auf den furiosen Einsatz sämtlicher filmischer Mittel zurückführen lässt.

Schon bald eint die Teenagerinnen tiefe Verachtung für Lilys Stiefvater Mark (Paul Sparks), ein selbstherrliches, fitnessbesessenes Ekelpaket, von dessen materieller Gunst Lily und ihre schwache Mutter abhängig sind. In seinem mondänen, von Kameramann Lyle Vincent ("A Girl Walks Home Alone at Night") atemberaubend eingefangenen Haus, das gleichsam das kühle Innenleben der Teenagerinnen spiegelt, schmieden sie den Plan, den verhassten Stiefvater zu ermorden.

Rabenschwarzer Psychothriller

Unterstützt von dem außergewöhnlichen, percussionreichen Soundtrack des New Yorker Cellisten und Komponisten Erik Friedlander taucht man als Zuschauer tief in die Psyche der beiden ein – Hitchcock, dessen Handschrift dieser Film durchaus auch trägt, hätte seine wahre Freude an diesem rabenschwarzen Psychothriller gehabt.

Spätestens, wenn der Stiefvater Lilys Mutter eine Sonnenbank kauft, weil er nun mal auf gebräunten Teint steht, oder wenn er Lily mitteilt, dass er sie auf ein Internat für verhaltensgestörte Jugendliche stecken wird, ist der Zuschauer heimlich auf der Seite der entfesselten Mädchen.

Die snobistische Lily lernt schließlich auf einer Party für Rich Kids den armseligen Kleindealer Tim, der facettenreich von dem 2016 tragisch verunglückten Anton Yelchin ("Star Trek") gespielt wird, kennen. Eiskalt erpressen die beiden Mädchen ihn, damit er Mark ermordet. Selbstverständlich haben sie sich für die Tatzeit schon perfekte Alibis zurechtgelegt: Während die an beflissene Diener gewöhnte Lily auf einer Wellness-Farm auf ihre Fußpflegerin herabschaut, ist Amanda wieder einmal bei einem Arzt.

Doch letztlich kommt alles überraschend anders und erschüttert auch den Zuschauer in seinen Grundfesten.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Anya Taylor-Joy bei der Filmpremiere in Los Angeles.
Anya Taylor-Joy
Weitere Darsteller
Olivia Cooke Anton Yelchin Paul Sparks Francie Swift Kaili Vernoff Alyssa Fishenden Jackson Damon James Haddad Nolan Ball Celeste Oliva Stephanie Atkinson Lauren Laperriere Thomas Dings Leah Procito Alex Wolff Xavier Dillingham Jack Norton Daniel Martignetti

Neu im kino

Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern (2026)
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Bad Apples (2026)
Bad Apples
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Oasis: Don't Look Back in Anger (2026)
Oasis: Don't Look Back in Anger
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaterland (2026)
Vaterland
Drama • 2026
prisma-Redaktion
That's Why the Lady Is A Champ (2025)
That's Why the Lady Is A Champ
Historie • 2025
prisma-Redaktion
Das gewisse Etwas (2026)
Das gewisse Etwas
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Das Ende der Sterne (2026)
Das Ende der Sterne
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos (2026)
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
One Night Only (2026)
One Night Only
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Marsupilami (2026)
Marsupilami
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Insidious: Out of the Further (2026)
Insidious: Out of the Further
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spaziergang nach Syrakus (2026)
Spaziergang nach Syrakus
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Im Spiegel meiner Mutter (2026)
Im Spiegel meiner Mutter
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Steckerlfischfiasko (2026)
Steckerlfischfiasko
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
The End of Oak Street (2026)
The End of Oak Street
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
You, Me & Italy (2026)
You, Me & Italy
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Paw Patrol: Der Dino Film (2026)
Paw Patrol: Der Dino Film
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Nightborn (2026)
Nightborn
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spider-Man: Brand New Day (2026)
Spider-Man: Brand New Day
Science Fiction • 2026
Die Odyssee (2026)
Die Odyssee
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
So klingt das Leben (2025)
So klingt das Leben
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Was haben wir gelacht (2026)
Was haben wir gelacht
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaiana (2026)
Vaiana
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Virginia Woolf's Night & Day (2026)
Virginia Woolf's Night & Day
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Etwas ganz Besonderes (2026)
Etwas ganz Besonderes
Drama • 2026
prisma-Redaktion
The Piano Tuner (2026)
The Piano Tuner
Krimi • 2026
prisma-Redaktion
Vom Traum, unsinkbar zu sein (2026)
Vom Traum, unsinkbar zu sein
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Minions & Monster (2026)
Minions & Monster
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Supergirl (2026)
Supergirl
Action • 2026
prisma-Redaktion
Jackass: Einer geht noch (2026)
Jackass: Einer geht noch
Action • 2026
prisma-Redaktion