Avril (Camille Cottin) heult sich bei Papa Marc (Lambert Wilson) über ihre Mutter und seine Ex-Frau aus, ohne zu wissen, dass die beiden ein süßes Geheimnis haben.

Wie die Mutter, so die Tochter

KINOSTART: 14.09.2017 • Komödie • F (2017) • 94 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Telle Mère, Telle Fille
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
F
Filmstudio
France 2 Cinéma, Flamme Films, Gaumont
Laufzeit
94 Minuten
Regie
Noémie Saglio
Music
Matthieu Chedid
Kamera
Pierre Aïm

Filmkritik

Mutter, Schwester, Oma
von Andreas Fischer

In der französischen Komödie "Wie die Mutter, so die Tochter" könnten die Gegensätze kaum größer sein. Mado, die Mutter, ist 47 und ein verantwortungsloses Gör. Avril, die Tochter, ist 30 und viel zu erwachsen – und dann werden beide auch noch gleichzeitig schwanger.

Man kann der französischen Klamotte von Noémie Saglio einen gewissen boulevardesken Charme nicht absprechen. Es ist durchaus amüsant, die große Juliette Binoche dabei zu beobachten, wie sie mit aller Macht jung bleiben will. Als Mado macht sie ihrer Tochter das Leben genauso zur Teenagerhölle: Obwohl sie ihr peinlich sind, erträgt Avril (Camille Cottin) die mütterlichen Eskapaden mit ziemlicher Gelassenheit. Bis sie erfährt, dass sie nicht nur selbst Mutter, sondern auch Schwester wird.

Denn Mado versteht sich immer noch ziemlich gut mit ihrem Ex, dem exzentrischen Dirigenten Marc (Lambert Wilson): Obwohl seit Jahren getrennt, spielen die beiden auf Geheiß von Avril immer wieder mal das perfekte Ehepaar, um den Schwiegereltern eine heile Welt vorzugaukeln. An solchen Abenden kommt dann manchmal das eine zum anderen, vor allem wenn man erfährt, dass man Oma wird und im schlimmsten Fall bei der Tochter ausziehen muss. Wer macht denn dann die Fischstäbchen zum Abendbrot?

Das Leben wird zum Hindernislauf

Ein bisschen kindsköpfig tapst sich der Film durch die verkehrte Welt, die sich Noémie Saglio und Co-Autorin Agathe Pastorino ausgedacht haben. Das Leben wird zum Hindernislauf, wobei sich vor allem Avril die Bremsklötze selbst anlegt. Aber da es in munteren Familienkomödien gute Sitte ist, einen Selbstfindungsprozess durchzumachen, wird sie schon locker werden, nachdem sie ihrem bemerkenswert unsichtbaren Freund Louis (Michael Dichter) im Wortsinne aufs Dach gestiegen ist.

Auch Mado wird zu einer Anpassung ihres Lebensstils verdonnert und gewinnt die Erkenntnis, dass es erstens gar nicht so schlecht ist, ein bisschen Verantwortung zu übernehmen, und zweitens ihr Ex ein ziemlich guter Typ ist. Selbst wenn sein kleiner notgeiler Köter ständig mit einer Erektion zu kämpfen hat.

Mit ein bisschen gutem Willen kann man die beiden Frauen dabei beobachten, wie sie sich eines engen Korsetts aus Erwartungshaltungen entledigen, das ihnen die Gesellschaft angelegt hat. Dafür muss man lediglich beide Auge zudrücken und ziemlich viel Klamauk und Nonsens über sich ergehen lassen.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Superstar aus Frankreich: Juliette Binoche
Juliette Binoche
Hervorragender Charakterdarsteller aus Frankreich: Lambert Wilson
Lambert Wilson
Weitere Darsteller
Camille Cottin Stéfi Celma Jean-Luc Bideau Charlie Dupont Catherine Jacob Michaël Dichter Olivia Côte Philippe Vieux Hugues Jourdain Jana Bittnerová Thierry Simon Charles Georges-Picot Jean-Marc Charrier Isma Kébé Hocine Mérabet Gunilla Wingqvist Paul Jeanson Léonard Prain Marie-Philomène Nga Sabine Pakora Rani Bheemuck

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