Paris, 1950: Das französische Außenamt will in Europa einen stabilen Frieden herstellen. Wesentliche Voraussetzung: ein Schulterschluss mit dem ehemaligen Kriegsgegner Deutschland. Für die Pariser Studentin Marie Destrade (Sarah Biasini, Foto, mit Pavel Delag) und den Deutschen Jürgen Köller entwickelt sich die historische Verbrüderung zu einem gefährlichen Spießrutenlauf, denn noch sind die Ressentiments zwischen beiden Volksgruppen groß. Als herauskommt, dass die zwei eine Affäre haben, geraten sie zwischen alle Fronten ...

Heute unvorstellbar, war die politische und gesellschaftliche Konstellation Anfang der Fünfzigerjahre eben so, wie sie der französische Regisseur Franck Apprédéris in seinem bewegenden Mix aus Drama und Historienfilm schildert. Angereichert mit nachträglich kolorierten Originalaufnahmen aus der Zeit, erzählt "Wir sind so verhasst" eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des europäischen Einigungsprozesses, ohne allerdings die Hindernisse und Widerstände gegen die Aussöhnung auszulassen. Als adrette Marie ist die Romy Schneider-Tochter Sarah Biasini ("Ein Mann und sein Hund", "Julie - Agentin des Königs") zu sehen, der hierzulande kaum bekannte polnische Charakterdarsteller Pawel Delag gibt ihren deutschen Freund Jürgen.

Foto: ZDF/ORF/Film 27/Hubert Mican