Fünf Gefängnisinsassen erhalten für eine Woche Hafturlaub auf Ehrenwort. Jeder kehrt mit seinen eigenen Problemen, Sorgen und Sehnsüchten zurück nach Hause, in die entlegensten Gebiete der Türkei. Der Urlaub, der mit Hoffnung beginnt, wird im Leid enden. Yusuf, der jüngste, verliert seinen Ausweis und wird schon am ersten Tag verhaftet. Für den Kurden Omer steht fest, dass er nach dem Hafturlaub nicht mehr ins Gefängnis zurückkehren wird. In seinem Heimatdorf tobt ein Kampf zwischen Polizei und Schmugglern, bei dem sein Bruder erschossen wird. Auf Druck seiner Familie, wird Omer wieder ins Gefängnis gehen, mit der zusätzlichen Last der Verantwortung für Frau und Kind seines Bruders. Mevlüt landet im Bordell, weil seine Braut, der er gerade erklärt hat, sie dürfe von nun an mit keinem anderen Mann mehr sprechen, von der Familie unter Verschluß gehalten wird. Mehmet verbüßt seine Haftstrafe wegen eines Überfalls, bei dem sein Schwager getötet wurde, während er noch fliehen konnte. Er hätte seinen Schwager retten können, und die Familie seiner Frau empfängt Mehmet voller Aggressivität. Seyit erreicht nach einem langen Fußmarsch den einsamen Hof seines Schwiegervaters in einem hochverschneiten Tal Kurdistans. Er verlangt von Seyit, seine Frau zu töten, die Beziehungen mit anderen Männern hatte. Seyit weiss, daß er folgen muß, aber er zögert. Er kann seine Frau nicht töten, und so schleppt er sie durch die Schneewüste, wo sie schließlich erfriert.

Regisseur Yilmaz Güney konnte nach mehreren politischen Verurteilungen und dem Verbot seiner Filme in der Türkei "Yol" nicht selbst realisieren. Er schrieb das Drehbuch im Gefängnis, sein früherer Assistent Serif Gören drehte unter seinen genauen Anweisungen. Nachdem Güney geflohen und aus der Türkei ausgebürgert worden war, konnte der Film in der Schweiz fertiggestellt werden. "Yol - Der Weg" gewann die Goldene Palme von Cannes und wurde von den deutschen Kritikern zum besten Film des Jahres 1982 gewählt. Als bester ausländischer Film wurde er auch für den Golden Globe nominiert."'Yol' übertrifft nicht nur an Vitalität alles hierzulande Übliche in geradezu deklassierendem Maße, er räumt auch mit dem Vorurteil auf, westlich-sozialistische Modelle seinen als geistige Exportgüter schlechthin seligmachend. Güney/Gören führen uns gerade eine Welt vor, die so anders, so fremd, so faszinierend und erschütternd ist, dass sie sich allen Adaptionen gegenüber vollständig versagt. (...) eine gewaltige Ballade vom Menschen, der sein Wesen, seine Besonderheit zu verlieren droht." (Die Welt)