In einem Kaff in der US-Provinz häufen sich Leukämie und Todesfälle bei Kindern, die Leute sind ständig krank und es gibt Fehlgeburten. Die Einwohner vermuten eine unweit gelegene Fabrik als Urheber: Wird seit Jahren ihr Trinkwasser mit krebserzeugenden Chemikalien verseucht? Eltern toter Kinder engagieren den erfolgreichen Anwalt Jan Schlichtmann. Er findet Anzeichen für eine unglaubliche Umweltsauerei und bringt den Fall vor Gericht. Doch sein Gegner ist der abgebrühte Jerome Facher, der nicht nur mit allen Wassern gewaschen ist, sondern auch mit dem Richter gut Freund ist ...

Der Film funktioniert auf beinahe allen Ebenen, sowohl inhaltlich als auch formal. Regisseur Zaillian ist bisher in erster Linie als Drehbuchautor aufgefallen, das aber richtig: Für sein Buch zu Spielbergs "Schindlers Liste" erhielt er einen Oscar. "Zivilprozess" ist für ein Gerichtsdrama ungewöhnlich beweglich, das heißt, es gibt keine endlosen Palaver-Sequenzen in ein und demselben Raum, sondern einfallsreiche Parallelmontagen, häufige Schauplatzwechsel, ungewöhnliche Perspektiven. Bemerkenswert ist auch, dass sich der Film trotz seines Themas jede sentimentale Tränendrüsendrückerei konsequent versagt. Absolut grandios ist die Kameraarbeit. Hier werden gekonnt durch das Setzen oder Weglassen von Licht Akzente gesetzt, spannend Innenräume ausgeleuchtet und damit zum emotionalen Spiegel der Handlung gemacht. Dafür wurde der Kameramann mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Der bis in die Nebenrollen mit hochkarätigen Schauspielern besetzte Film hat nur wenige, vergleichsweise unbedeutende Schwächen. Die zum Ende hin aufdringliche Musik zählt eindeutig nicht zu Danny Elfmans besseren Soundtracks, auch werden die ständig auftauchenden Trinkgefäße allzu penetrant als optisches Leitmotiv eingesetzt. Doch damit kann man angesichts der Vorzüge des Films gut leben.

Foto: Paramount