Jesper Christensen

Jesper Christensen als idealistischer Intellektueller in "Falsche Entscheidung" Vergrößern
Jesper Christensen als idealistischer Intellektueller in "Falsche Entscheidung"
Fotoquelle: ARD/Degeto
Jesper Christensen
Geboren: 16.05.1948 in Kopenhagen, Dänemark

Dass es gerade eine Rolle in den beiden "James Bond"-Verfilmungen: "James Bond 007 - Casino Royale" (2006) und "James Bond 007 - Ein Quantum Trost" (2008) sein würde, die ihn international ins Gedächtnis spielt, hätte Jesper Christensen vor Jahren sicherlich noch nicht zu träumen gewagt. Eigentlich ist der dänische Charakterdarsteller nicht der klassische Actionfilm-Typ. Überbezahlte Blockbuster-Streifen sind auch nicht sein Ding und vor dem Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich in Hollywood zieht er lieber den Kopf ein. Was soll man von einem Schauspieler halten, der so hervorragend in die Rolle des Bond-Bösewichts "Mr. White" schlüpft und sie bis ins kleinste Detail ausfüllt, im Vorfeld aber verkündete, dass er das Angebot nur des Geldes wegen angenommen hat? Unumwunden gibt er zu, dass er die Freiheit, die ihm die Gage der beiden Bond-Streifen beschert, nutzt, um auf wirklich gute Filmangebote zu warten. Bei einem Schauspieler wie Jesper Christensen, der in seinem Heimatland Dänemark schon seit den Siebzigerjahren ein Star ist, dauert das nie allzu lange.

Seine Laufbahn begann der Kopenhagener 1968 im Studententheater, im Anschluss zog es ihn zum Arbeiten nach Grönland und zu einem Pädagogik-Kurs an das renommierte Frøbel Seminar. Erst drei Jahre später kehrte er ans Theater zurück. In Personalunion als Schüler, Schauspieler, Ticketverkäufer und Reinigungskraft arbeitete er am Kopenhagener Fioltheater. Sein Kinodebüt gab er 1976 in Anders Refns "Strømer", vorher sah man ihn bereits in der Literaturverfilmung nach Walter Kempowskis autobiografischen Roman "Tadellöser & Wolff" und in den dänischen TV-Produktionen "Jo værre, jo bedre" und "Ægteskabet mellem lyst og nød" (alle 1975). Jesper Christensen ist ein fleißiger und viel beschäftigter Schauspieler. Vom Beginn seiner Filmkarriere an stand er durchgehend vor der Kamera und spielte sich langsam, aber kontinuierlich in das Gedächtnis des dänischen Publikums. Gekrönt wurde seine Arbeit mit vielen Auszeichnungen. 1979 erhielt er erstmals den Bodil, einen der wichtigsten dänischen Filmpreise, als bester männlicher Hauptdarsteller in "Hør, var der ikke en som lo?". Trotz dieses Erfolges und der vielen Rollen, die er in den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren übernommen hatte, wurde er bei vielen Dänen erst als Vater in der TV-Serie "Nana" (1988) bekannt.

1993 erhielt er für seine Darstellung in Liv Ullmanns Drama "Sofie" den Robert für den besten männlichen Nebendarsteller, ein Jahr später erhielt er den Preis erneut, diesmal für "Die Russlandaffäre". Ein weiterer Meilenstein seiner Filmkarriere war Nils Malmros' "Barbara" (1997), ein Historienfilm nach dem Roman des färöischen Schriftstellers Jørgen-Frantz Jacobsen, für den Jesper Christensen zum dritten Mal den Robert erhielt und zum zweiten Mal in seiner Laufbahn den Bodil.

Besondere Aufmerksamkeit erzielte er mit seiner Rolle in "Italienisch für Anfänger" und durch seine Zusammenarbeit mit dem dänischen Regisseur Per Fly. In dessen so genannter Dänemark-Trilogie, die er den sozialen Klassen widmete, spielte Jesper Christensen jeweils die Hauptrolle. Tauchte Per Fly in "Die Bank" (2000) noch in die Tiefen der dänischen Arbeiterklasse, erzählte er in "Das Erbe" (2003) eine Geschichte aus dem dänischen Geld- und Industrieadel. Abschließend beschrieb er in "Falsche Entscheidung" (2005) den Irrweg eines idealistischen Intellektuellen aus dem gebildeten Mittelstand, der von Jesper Christensen hervorragend verkörpert wird. "Die Bank" wird gerne als der Film gesehen, der Jesper Christensen den großen Durchbruch brachte. Für die Rolle als Trunkenbold erhielt er - wieder einmal - den Robert und den Bodil. Außerdem wurde er für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Im Anschluss erhielt er auch internationale, englischsprachige Rollenangebote. 2001 in dem Geschichtsdrama "Uprising - Der Aufstand", 2005 neben Nicole Kidman und Sean Penn in "Die Dolmetscherin" und in der umstrittenen US-amerikanischen Miniserie "Revelations" zusammen mit Bill Pullman, Natascha McElhone und Tobin Bell. 2008 sah man ihn in der deutsch-dänischen Co-Produktion "Tage des Zorns" an der Seite von Mads Mikkelsen, in Jan Troells "Die ewigen Augenblicke der Maria Larsson" und im bereits eingangs erwähnten "James Bond 007 - Ein Quantum Trost". Es folgten Jean-Marc Vallées Historiendrama "Young Victoria", Hans-Christian Schmids "Sturm" und die preisgekrönte schwedisch-dänische Co-Produktion "Original" (alle 2009).

Trotz seiner vielen Film- und Fernsehengagements ist Jesper Christensen der Bühne stets treu geblieben. Im Laufe seiner langjährigen Karriere stand er auf sämtlichen wichtigen dänischen Bühnen und konnte auch dort zeigen, was er sich in all den Jahren an schauspielerischen Fähigkeiten angeeignet hat. Der sympathische und bescheidene Däne ist ein überzeugter Antiroyalist, was er des öfteren in Interviews und Dokumentationen äußerte. Seine antimonarchistische Haltung war auch der Grund, warum er 2006 das Ritterkreuz, das ihm die dänische Königin verleihen wollte, abgelehnt hat.

Weitere Filme und Serien mit Jesper Christensen: "Pas på ryggen, professor", "Hærværk" (beide 1977), "Winterkinder", "Willst du meinen hübschen Bauchnabel sehen?", "Hvem myrder hvem?" (alle 1978), "Charly & Steffen", "Ein Kapitel für sich" (Mehrteiler, beide 1979), "Verden er fuld af børn", "Trællenes børn" (Sprecher), "Undskyld vi er her" (alle 1980), "Har du set Alice?" (1981), "Forræderne" (1983), "Nissebanden" (TV-Serie), "Eine ungewöhnliche Entführung" (beide 1984), "Ludo" (Mehrteiler, 1985), "En flicka kikar i ett fönster", "Hip hip hurra!" (beide 1987), "Retfærdighedens rytter" (1989), "Dagens Donna", "Guten Abend, Herr Wallenberg" (beide 1990), "Cecilia" (1991), "Den gode lykke" (1993), "Life Is a Bitch", "Min fynske barndom", "Den sommer ved havet" (alle 1994), "Vita lögner", "Sommaren" (beide 1995), "Keine Angst vorm Fliegen", "Renters rente" (Mehrteiler), "Hamsun", "Balladen om Holger Danske" (Sprecher), "Die weiße Löwin" (alle 1996), "Tifanfaya", "Bryggeren" (TV-Serie), "Gnadenlose Verführung" (alle 1997), "Albert und der große Rapallo" (1998), "En sjælden fugl", "Sofies Welt", "In China essen sie Hunde" (alle 1999), "Ude af rute", "Solen er så rød", "Anna", "Fire høytider" (Mehrteiler, alle 2000), "Grev Axel", "Terror i Rock 'n' Roll Önsjön", "Ein Jackpot für Helene", "Det største i verden", "Den serbiske dansker", "Kleine Missgeschicke" (alle 2001), "Okay", "Nissernes ø" (TV-Serie), "Baby", "Errol" (Mehrteiler), "Møgunger", "Kommer du med mig då" (alle 2003), "Krøniken" (TV-Serie), "Co/Ma" (beide 2004), "Snart kommer tiden", "Shaking Dream Land", "Rene hjerter", "Istedgade" (Sprecher, alle 2006), "Forestillinger" (TV-Serie, 2007), "One Shot", "Die ewigen Momente der Maria Larsson" (beide 2008), "Sturm", "This is Love" (beide 2009), "Eine Familie", "Eine offene Rechnung" (beide 2010), "Melancholia", "Verschollen am Kap" (beide 2011), "Schwestern" (2012), "Nymphomaniac 1" (2013), "Nymphomaniac 2" (2014).


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