Der Titel der Dokumentation von Sobo Swobodnik gibt den Zeitraum wieder, in dem der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) zehn Menschen mit Migrationshintergrund auf kaltblütigste Weise tötete. Zwischen 2000 und 2006 verübten die rechtsextremen Mitglieder des NSU diese Gräueltaten unter anderem auf den türkischen Blumenhändler Enver Şimşek.

Die in schwarz-weiß gehaltenen Aufnahmen vermitteln eine düstere und traurige Grundstimmung, die dem Zuschauer durchgehend das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die Tatorte stehen in Swobodniks Werk im Fokus, zu denen Dokumente der Taten eingeblendet und vorgelesen werden. Zudem trägt der Soundtrack des Musikers Elias Gottstein passend dazu bei.

Gehör finden auch die Angehörigen der Opfer. Die Essay-Dokumentation bildet einen wichtigen Gedenkbeitrag nicht an die Zugehörigen des Netzwerks, sondern an diejenigen, die ihr Leben lassen mussten.

Anspruchvolles Werk

Während der Fernsehdreiteiler "Mitten in Deutschland: NSU" aus den verschiedenen Perspektiven der Täter, Opfer und Ermittler spannende Filme zu diesem Thema zeigte, gelingt es "6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU" auf einerseits dokumentarische, andererseits jedoch emotionale und vor allem direkte Weise die abscheulichen Ereignisse des "Nationalsozialistischen Untergrunds" auf die Leinwand zu bringen.

Auf besondere Art gestaltete Sobo Swobodnik den Film und hebt ihn damit von anderen Beiträgen dieses Genres ab. Der Zuschauer ist nicht nur Beobachter, die Gefühle wirken auch hinterher noch nach.