Der berüchtigte Gangsterboss Niagara (Jeff Goldblum, links) finanziert das geheime Hospital, in dem die Schwester (Jodie Foster) ihren Dienst tut.
Science-Fiction, Action, Film Noir - "Hotel Artemis" ist von allem etwas.

Hotel Artemis

KINOSTART: 26.07.2018 • Action • USA (2018) • 95 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Hotel Artemis
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
15.000.000 USD
Einspielergebnis
12.371.132 USD
Laufzeit
95 Minuten
Regie

Filmkritik

Verbrecher unter sich
Von Christopher Diekhaus

Dystopische Erzählungen stehen derzeit hoch im Kurs und befassen sich nicht selten mit existenziellen Fragen des Menschseins: Wohin steuert unsere Zivilisation? Welche gravierenden Einschnitte bringt die stetige Technisierung mit sich? Und was geschieht nach einem kompletten Zusammenbruch? Von den fast schon philosophischen Gedankenspielen, die etwa in Denis Villeneuves "Blade Runner 2049" aufgeworfen wurden, ist "Hotel Artemis", das Regiedebüt des bislang vor allem als Drehbuchautor bekannten Drew Pearce ("Iron Man 3"), weit entfernt. Auch er schleudert sein Publikum in ein finsteres Zukunftsszenario, nutzt dieses aber nur als Hintergrund für ein Kammerspiel, das munter mit Science-Fiction-, Noir- und Action-Mustern jongliert.

Los Angeles im Jahr 2028: Während sich in der Westküstenmetropole ein verheerender Bürgeraufstand Bahn bricht, will Sherman Atkins (Sterling K. Brown) gemeinsam mit seinem Bruder Lev (Brian Tyree Henry) und zwei anderen Gangstern eine Bank ausrauben. Als sie den Überfall überhastet abbrechen müssen, geraten sie ins Kreuzfeuer der Polizei. Lev wird dabei angeschossen und lebensgefährlich verletzt, weshalb ihn Sherman in das sagenumwobene Hotel Artemis bringt: ein Krankenhaus, das sich auf die Behandlung von Kriminellen spezialisiert hat.

Dessen Leiterin Jean Thomas (Jodie Foster), von allen nur "Schwester" genannt, lässt Sherman und Lev unter den Codenamen "Waikiki" und "Honolulu" schließlich einchecken. Gäste der Klinik sind in dieser Nacht auch der aufbrausende Waffenhändler "Acapulco" (Charlie Day) und die Auftragskillerin "Nice" (Sofia Boutella), zwischen denen es zu handfesten Spannungen kommt. Für zusätzliche Unruhe sorgt die baldige Ankunft eines berüchtigten Gangsterbosses (Jeff Goldblum), der das geheime Hospital finanziert.

Recht gradlinig konstruierter Genre-Mix

Auf einen ausgefuchsten Plot und facettenreich ausgearbeitete Figuren legt Pearce in seiner ersten Spielfilmarbeit als Regisseur keinen großen Wert. Trotz einiger Schlenker und Offenbarungen ist "Hotel Artemis" ein recht gradlinig konstruierter Genre-Mix, der seine Protagonisten mit eher funktionalen Hintergründen ausstattet. Auch im Fall der Klinikchefin, die unter einer ausgeprägten Agoraphobie leidet, greift das Drehbuch auf routinemäßige Trauma-Bausteine zurück.

Inhaltlich gibt es sicher keinen Preis zu holen. Und doch hält der Regiedebütant den Zuschauer die meiste Zeit bei Laune, indem er eine knisternd-düstere Atmosphäre entstehen lässt. Nahezu begrenzt auf einen Schauplatz und auf eine einzige Nacht, breitet sich ein klaustrophobisches Empfinden aus. Dass es in den schwach beleuchten Fluren des Artemis zu einer gewaltsamen Konfrontation kommen wird, lässt sich leicht erahnen, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut. Gerade im letzten Drittel entwickelt die Scifi-Action-Noir-Melange einen ordentlichen Sog, der nicht zuletzt durch die pulsierenden Klänge von Cliff Martinez ("The Neon Demon") begünstigt wird.

Das Szenenbild, das Ramsey Avery ("10 Cloverfield Lane") kreiert hat, verbindet Alt und Neu, Vergangenheit und Zukunft auf reizvolle Weise und versprüht eine eigentümliche Aura, die den Betrachter durchaus in den Bann zieht. Altmodische Requisiten wie der klobige Walkman der Schwester und ihr antiquiertes Telefon lassen Nostalgiker-Herzen höher schlagen und gehen eine interessante Symbiose mit den hochmodernen Hilfsmitteln des Klinikpersonals ein.

Jodie Foster auf alt getrimmt

"Hotel Artemis" zeigt überdies, dass man mit einem guten Casting eine skizzenhafte Figurenzeichnung entscheidend aufwerten kann. Oscar-Preisträgerin Jodie Foster liefert als auf alt getrimmte Leiterin eine herrlich verschrobene Performance ab, während "Guardians of the Galaxy"-Hüne Dave Bautista in der Rolle ihres loyalen Assistenten einige trockene Humoreinlagen beisteuern darf. In jedem Fall erwähnenswert ist außerdem die Darbietung der Algerierin Sofia Boutella, die schon im schwachen Reboot zu "Die Mumie" einer der wenigen Lichtblicke war. Auch Pearce bringt ihr mysteriös-abgründiges Charisma zur Geltung und inszeniert sie als selbstbewusste, in mitreißende Actionszenen verwickelte Femme fatale.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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