Oum Yazan (Hiam Abbass) lebt umgeben von Krieg, Gewalt und Mord. Auf den Straßen von Damaskus wartet in jeder Sekunde der Tod, deshalb verlässt sie ihre eigenen vier Wände kaum. Aus diesem Grundszenario strickt Regisseur und Drehbuchautor Philippe Van Leeuw ein eindringliches und intensives Kammerspiel rund um eine Gruppe verzweifelter und hilfloser Menschen, das dem Zuschauer an die Nieren geht.

In einem Interview verriet Van Leeuw, dass er vom wahren Schicksal eines Mannes aus dem in Schutt und Asche liegenden Aleppo inspiriert wurde, der aufgrund des tobenden Krieges wochenlang nicht vor die Tür gehen konnte. Dieses beklemmende Gefühl porträtiert er mithilfe seiner Figuren, die trotz ihrer Isolation über sich hinauswachsen und im Angesicht des Schreckens alles für ihr Überleben tun. Dieses Grauen wird aber kaum gezeigt, sondern sehr passiv mitgeteilt, und ist trotzdem für jeden greifbar.

Im Angesicht des Krieges

Unter dieser Situation leiden neun verschiedene Menschen: Neben Oum Yazan und ihrer Familie sind da die Haushaltshilfe Delhani (Juliette Navis) sowie noch die Nachbarn Samir (Moustapha Al Kar) und Halima (Diamand Bou Abboud) mit ihrem Neugeborenen. Letztere wollen ihr Heil eigentlich in der Flucht suchen und dem Kriegsschauplatz den Rücken kehren, müssen sich aber vorerst in der Wohnung verschanzen.

Bevor sie ihre Pläne in die Tat umsetzen können, geschieht ein Unglück: Samir wird sofort erschossen, als er sich nach draußen wagt. Und auch die vier Wände sind bald nicht mehr sicher, denn Männer mit bösen Absichten dringen in das Domizil ein.