Klamaukiger Titel, kluger Film: "Kim hat einen Penis" beleuchtet mit viel Humor eine ungewöhnliche Geschlechtsumwandlung.

Da hängt er nun, der Penis von Kim (Martina Schöne-Radunski). Ganz frisch noch, ein wenig empfindlich auch. In einer Schweizer Spezialklinik hat die junge Frau sich das Glied hinoperieren lassen, einfach so. "Ich war neugierig", sagt sie. Dass ihr Freund Andreas (Christian Ehrich) diese Neugier nicht unbedingt teilt, hätte sich Kim denken können. Aber jetzt ist es schon zu spät. Der Penis ist da, und Andreas tatsächlich wenig begeistert.

Wie soll er nur umgehen mit dem Ding, das da plötzlich zwischen den Beinen seiner Freundin baumelt? Und dann steht auch noch Kims beste Freundin Anna (Stella Hilb) vor der Tür. Ihr Freund hat eine andere geschwängert, und jetzt macht sie sich breit bei Kim und Andreas. Oh je!

Nein, "Kim hat einen Penis" ist kein Film für Menschen, die kichern müssen, wenn sie das Wort "Penis" nur hören. Allerdings spielt in Philipp Eichholtz' wunderbarer Komödie, die beim letztjährigen Münchner Filmfest Premiere feierte, das Geschlechtsteil nur eine Nebenrolle. Vielmehr legt der wunderbar leicht inszenierte Film den Fokus auf die Beziehung zwischen Kim und ihrem Andreas, einem der wunderbarsten Liebespaare des jüngeren deutschen Kinos. Persönlichkeit statt Penis lautet die Devise. Eichholtz geht es um Beziehungsdynamiken, nicht um Geschlechterrollen. "Kim hat einen Penis" ist kein wirklich queerer Film, auch kein Kommentar zum Dritten Geschlecht. Sondern einfach nur eine im besten Sinne durchgeknallte Komödie mit dem Zeug zum Kultfilm.


Quelle: teleschau – der Mediendienst