Michael Koch widmete sich in seinem gefühlvollen Sozialdrama einer biografischen Geschichte, die ihm durch Zufall in die Hände fiel.

Als er zu Besuch in Kiew war, erzählte ihm eine Freundin über eine Frau aus Odessa, die nach Deutschland kam, dort als Putzkraft arbeitete, um sich alsbald ihren Traum eines eigenen Nagelstudios erfüllen zu können. "Ihr Stolz, mit dem sie auf Rückschläge reagierte, beeindruckten mich sehr und war der Auslöser für meine Auseinandersetzung mit dem Stoff".

Mit dieser bewegenden Story porträtiert der Regisseur und Drehbuchautor zudem die Dortmunder Nordstadt, in deren Viertel über 130 verschiedene Nationen ansässig sind. Der biografischen Geschichte geschuldet, wurden viele Szenen an Originalschauplätzen gedreht, um ein authentisches Bild zu generieren. Dem Zuschauer wird somit ein äußerst überzeugender Alltag von Migranten in Deutschland gewährt, der einen zum Nachdenken anregt.

Eine Frau, die sich alles verdienen muss

Im Fokus dabei steht Marija, die von Margarita Breitkreiz gemimt wird. Die Darstellerin flößt ihrer Rolle die notwendige Härte ein, um sich zu behaupten: Denn mit ihrem geringen Einkommen als Putzkraft rückt ihr Traum vom eigenen Friseursalon in weite Ferne.

Die junge Ukrainerin geht sogar soweit, ihren Körper zu verkaufen. Erst an ihren Vermieter Cem (Sahin Eryilmaz) und lässt sich schließlich mit dem Österreicher Georg (Georg Friedrich) ein, der sie für Übersetzungen einsetzt. Marija gerät in einen Konflikt, als sich zwischen ihr und Georg echte Gefühle entwickeln.