Mit "Frankenstein" aus dem Jahr 1931 schuf James Whale auf Basis eines Bühnenstücks von Peggy Webling und Mary Shelleys Literaturklassiker einen der einflussreichsten Horrorfilme des klassischen Hollywood-Kinos. Vor allem die Maskerade des von Boris Karloff verkörperten Monsters prägte nachhaltig die Vorstellungen über dessen Aussehen. 1935 schob das Studio Universal mit "Frankensteins Braut" eine erste Fortsetzung nach, der ein Nebenplot aus dem Originalroman als Grundlage diente. Eben jenes Sequel nutzte Maggie Gyllenhaal als Inspirationsquelle für "The Bride! – Es lebe die Braut".
Erste Erfahrungen auf dem Regiestuhl sammelte die früher vor allem als Darstellerin aktive US-Amerikanerin bei der Netflix-Miniserie "Homemade", die in mehreren Kurzfilmen aus verschiedenen Ländern die Covid-Pandemie aus teils sehr persönlichem Blickwinkel aufarbeitet. Anschließend drehte Maggie Gyllenhaal das von der Kritik gelobte Drama "Frau im Dunkeln" mit Olivia Colman und Jessie Buckley in den Hauptrollen.
Letztere ist auch in "The Bride! – Es lebe die Braut" als Titelfigur zu sehen. Der Film spielt im Chicago der 1930er-Jahre, wo der einsame Frank (Christian Bale), Frankensteins Monster, die Forscherin Dr. Euphronius (Annette Bening) aufsucht. Seine dringende Bitte: Sie möge ihm dabei helfen, eine Gefährtin zu erschaffen. Gemeinsam erwecken die beiden schließlich eine ermordete junge Frau, "die Braut" (Buckley), zu neuem Leben – und entfesseln damit ungeahnte Kräfte. Eine explosive Liebe und eine radikale Kulturbewegung werden geboren.
Gyllenhaals Film, der in den Nebenrollen unter anderem mit ihrem Ehemann Peter Sarsgaard und ihrem Bruder Jake Gyllenhaal besetzt ist, erinnert mit seiner stärkeren Betonung der weiblichen Perspektive an Yorgos Lanthimos' preisgekrönten "Poor Things" aus dem Jahr 2023. Die Adaption von Alasdair Grays gleichnamigem Roman verpasste der Frankenstein-Geschichte ebenfalls einen feministischen Dreh.