Die Zeiten sind vorbei, da Kristen Stewart nur als Vampire anschmachtendes Dummchen mit einem Einheitsgeschichtsausdruck über die Leinwand stolperte.

Zwar wird die US-Amerikanerin noch immer mit ihrer größten Rolle, die sie immerhin in fünf Filmen verkörperte, verbunden, doch spätestens mit ihrem Mitwirken an Olivier Assayas' "Die Wolken von Sils Maria" bewies sie, dass sie auch Charakterrollen und nicht nur leere Hüllen übernehmen kann. Die erfolgreiche Zusammenarbeit bewog Assayas anscheinend, seinen Star nun in einer Hauptrolle zu besetzen.

Übernatürliche Schwester

In dieser spielt Stewart die übersinnlich begabte Maureen, die erfolgreich als persönliche Einkäuferin für eine Modeschöpferin arbeitet. In dieser Position fühlt sie sich dennoch nicht wohl und will lieber etwas tun, das ihr wirklich gefällt. Zusätzlich hat sie damit zu kämpfen, dass ihr Bruder Lewis vor Kurzem gestorben ist.

Besonders in den Fokus tritt diese Tragödie, weil Maureen davon überzeugt ist, Geister zu hören, und mit Lewis vereinbart hat, dass sie sich nach ihrem Tod gegenseitig aus dem Jenseits ein Zeichen zusenden. Dieses Signal wird allerdings immer unheimlicher und Maureen ist sich bald nicht mehr sicher, was wahr ist und was nicht.

Mehr als der Schein

Man darf allerdings hinter dieser Geschichte keinen Horrorschocker erwarten, der vor Jumpscares nur so strotzt. Stattdessen nutzt Assayas dieses Handlungselement als Möglichkeit, seine Charaktere auszuloten, was zuweilen allerdings etwas verwirrend ausfällt, da Realität und Einbildung ineinander übergehen.