Der 83-jährige Rechtsanwalt Alfonso Bauer Paíz aus Guatemala kämpft seit mehr als einem halben Jahrhundert für soziale Gerechtigkeit. Er verteidigte sein Land gegen Intervention, Militärregime und skrupellose Multis. Immer wieder musste er den Weg ins Exil gehen, welches ihn an die Brennpunkte der Revolutionen in Chile, Kuba und Nicaragua brachte. Nach dem Ende des Bürgerkrieges in Guatemala kehrte er als Rechtsberater zehntausender Kriegsflüchtlinge in sein Land zurück. Doch der Preis der Ideale ist hoch: Ehefrauen und Kinder starben einen viel zu frühen Tod. Bei den ersten freien Wahlen nach Jahrzehnten der Diktatur nahm Alfonso Bauer Paíz noch einen Anlauf und war im Jahr 2000 da, wo er als junger Mann begann: im Parlament.

Der Dokumentarfilm des Berliner Filmemacher-Duos Uli Stelzner und Thomas Walther zeichnet das Vermächtnis eines ungewöhnlichen Mannes, der die Geschichte und Gegenwart Lateinamerikas zu neuem leben erweckt. Stelzner und Walther lernten Alfonso Bauer Anfang der Neunzigerjahre kennen, bei den Dreharbeiten zu "Ojalá -Hoffnung auf ein neues Land" (1993), in dem sie die Rückkehr der guatemaltekischen Flüchtlinge dokumentieren. Bauers Lebensgeschichte und seine Persönlichkeit faszinierten die beiden auf Anhieb, die Idee für das Filmprojekt über ihn war geboren.