Aus Angst vor Spionen aus dem Norden wird die gesamte südkoreanische Küste von schwer bewaffneten Armeeeinheiten bewacht. Einer der Küstenwächter ist Kang Sang-byeong, dem seine "patriotische Aufgabe" so heilig ist, dass ihn seine Kameraden lächerlich finden. Als der Soldat in einer Nacht das Feuer auf ein ahnungsloses Liebespaar im Sperrgebiet eröffnet und den Mann tötet, kommt es fast zu einem offenen Aufstand der Dorfbewohner gegen die Armee und den verstörten Schützen Kang. Die geschockte Freundin des Opfers wird wahnsinnig. Kang wird für seine Tat ausgezeichnet, ist aber auch nicht mehr Herr seiner Sinne: Er greift Kameraden an und wird schließlich vom Dienst suspendiert. Der verstörte Kang will jedoch seinen Ausschluss von der Vaterlandsverteidigung nicht hinnehmen und treibt sich weiterhin in der Nähe des Camps herum. Schließlich entwendet er ein Schnellfeuergewehr und lauert seinen ehemaligen Kameraden auf ...

Kim Ki-duk ("Bin jip", "Samaria", "The Isle"), Enfant terrible der südkoreanischen Filmszene, der selbst fünf Jahre bei der Armee diente, zeichnet diese bitterböse Bild des Militärs. In "Coast Guard" gibt es nur Verlierer, die sich hinter einer dünnen Fassade von Disziplin und vaterländischer Ideologie gegenseitig schikanieren, unterdrücken und zerstören. In der Wucht der Anklage gegen das Militär erinnert dieses Werk an kontrovers diskutierte Filme wie Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" oder Oliver Stones "Geboren am 4. Juli" (1989). In der Rolle des Kang glänzt Jang Dong-gun, einer der Superstars des koreanischen Kinos, der hierzulande mit Filmen wie "Brotherhood", "Wu Ji - Die Reiter der Winde" bekannt wurde.

Foto: ZDF/Baek Dong-hyeon