David (Colin Farrell) lebt in einer Welt, die ihre eigenen, seltsamen Regeln hat. Denn in der Geschichte, die in naher Zukunft spielt, darf niemand alleinstehend sein. Die Trennung von seiner Frau wird dadurch umso härter für ihn.

Denn nun wartet eine Prozedur auf David, die ihn wieder mit einer Partnerin zusammenführen soll. Er zieht dafür in ein Hotel, in dem er maximal 45 Tage bleiben darf. Findet er in dieser Zeit keine Frau, wird er zu einem Tier - einem Hummer, wie er es sich ausgesucht hat - und ausgestoßen.

Da David an der Aufgabe scheitert, kommt er den Oberen zuvor und flieht in den Wald, zu einer Gemeinde, in der nur Singles leben. Und ausgerechnet dort begegnet er einer Frau (Rachel Weisz), die sein Herz im Sturm erobert.

Gesellschaftlicher Spiegel

Mit seinem Film über eine außergewöhnliche Liebe erzählt der Grieche Yorgos Lanthimos ("Dogtooth") eine auf den ersten Blick vollkommen abstruse Geschichte. Menschen, die zur Liebe gezwungen werden oder in ein Tier verwandelt werden - realitätsferner hätte der Regisseur seinen Ansatz nicht wählen können.

Darin steckt jedoch mehr Lebensnähe als erwartet, denn in seinem namhaft besetzten Streifen spiegelt Lanthimos unsere derzeitige Gesellschaft und ihre Schnelllebigkeit, der auch die Liebe sowie die Wege, zu ihr zu finden, unterworfen sind.

Dabei funktioniert die Partnerfindung in der Realität von "The Lobster" ähnlich wie heutige Online-Dating: Was hat man gemeinsam - ganz gleich, ob diese Eigenschaften tatsächlich für eine stabile Beziehung relevant sind.