Skateboarding ist seit jeher ein Ausdruck von Unkonventionalität, Spaß und Freiheit. Gleich mehrere Begriffe, die man mit Kalifornien und "The American Way of Life" verbindet, aber nicht mit dem Leben in der DDR. Umso erstaunlicher, dass sich dort in den Achtzigerjahren "Rollbrettfahrer" gefunden haben und jenseits der staatlich verordneten Freizeitbeschäftigungen und sportlichen Aktivitäten einem Hobby frönten, das mit Sicherheit in keinem Fünf-Jahres-Plan zu finden war ...

Es ist nicht der klassische Skateboard-Buddy-Film, den Regisseur Marten Persiel hier abliefert. In seinem Kinodebüt erzählt der Filmemacher vielmehr die Geschichte dreier "Rollbrettfahrer", die zwischen den einförmigen Beton- und Plattenbausiedlungen gegen die Einschränkungen der DDR-Gesellschaft kämpften und sich aufs Rollbrett schwangen. Der Alexander-Platz wurde ihr Skater-Revier und schon bald waren die extrovertierten Jugendlichen der Staatsmacht ein Dorn im Auge. Persiel zeichnet den Weg der drei Jugendlichen nach. Das Ergebnis ist eine modern erzählte Collage der Erinnerungen, die selbst aufgenommene Super8-Filmausschnitte, Material aus DDR-Fernsehsendungen, animierte Schwarz-Weiß-Sequenzen, gespielte Erzählelemente, Fotos sowie aktuelle Interviews mit den Rollbrettfahrern von damals zusammenfügt. Die Dokumentation zeigt ein Stück Subkultur der DDR und bleibt dabei frei von gängigen Klischees.

Foto: Harald Schmitt