90 Meilen ist die Freiheit entfernt, von der Raúl und Elio träumen. Im kubanischen Havanna arbeiten die beiden Freunde in der Tourismus-Branche, täglich genießen Urlauber in der Hauptstadt ein unbeschwertes Leben voller Reichtum. Als Raúl beschuldigt wird, einen Touristen angegriffen zu haben, werden ihre Pläne konkreter: Mit einem selbstgebauten Floß wollen sie aus dem vermeintlichen Sozialparadies in eine bessere Welt fliehen. Doch Lila, Elios Zwillingsschwester, kommt ihrem Bruder auf die Schliche. Sie entdeckt das Boot der beiden Freunde und fasst den Entschluss, sie auf ihrer riskanten Reise nach Florida zu begleiten …

Kuba, das paradiesische Land ist für viele Touristen, Urlaubsziel Nummer Eins. Endlose Sandstrände, kristallklares Wasser und ein einzigartiges, exotisches Flair. Doch dies ist nur eine Seite der Medaille: Immer wieder verlassen Einheimische Kuba illegal über das Meer, um so dem politischen System zu entfliehen. Die gebürtige Engländerin Lucy Mulloy gibt mit diesem Drama ihr Spielfilmdebüt und wurde auf zahlreichen Festivals für ihre Erstlingswerk gefeiert. So erhielt die Filmemacherin, die inzwischen in New York lebt, unter anderem 2012 auf dem amerikanischen Tribeca Film Festival den Preis für die beste Erstregie. Ihre beiden Protagonisten Dariel Arrechaga und Javier Núñez Florián erhielten ebenfalls eine Auszeichnung als beste Darsteller. Während ihrer Reise zum Festival tauchten Anailín de la Rúa und Javier Núñez - die sich während der Dreharbeiten ineinander verliebten - unter, um anschließend in den Vereinigten Staaten politisches Asyl zu erbitten. Realitätsnah gezeichnet, ist "Una Noche - Eine Nacht in Havanna" ein gelungenes Debüt der Nachwuchsregisseurin.

Foto: Kairos