Australien, Anfang der 1960er Jahre: Im Down Under erlebt der Junge Raimond den Konflikt zwischen seinen beiden Einwanderereltern hautnah. Er lebt bei seinem Vater Romulus, der sich mit Kunstschmiedearbeiten über Wasser hält, und freut sich regelmäßig auf den Besuch seiner Mutter Christina. Doch die hält es auf dem Land nicht lange aus, flieht wieder in die Stadt und hat schon bald ein Verhältnis mit Mitru, einem Jugendfreund ihres Mannes. Schließlich lässt sich die manisch depressive Christina scheiden, erwartet von Mitru eine kleine Tochter und verfällt erneut in eine depressive Phase. Als Mitru Selbstmord begeht, nimmt Romulus seine Ex-Frau samt Tochter bei sich auf...

Nach der Autobiografie von Raimond Gaita - in Australien ein Bestsellerautor - entwickelte Richard Roxburgh ein brillantes, sensibel erzähltes und vielfach preisgekröntes Familiendrama. Dabei schildert er gleichzeitig den schweren Stand von Einwanderern, die in der neuen Heimat ihr Glück finden wollen, aber nur auf die Unbillen des Lebens stoßen. Starke Darsteller (besonders gut: Kodi Smit-McPhee als junger Raimnond), eine entrückte Kamera und die einfühlsame Regie sorgen für fesselnde Unterhaltung, die zwar recht gemächlich beginnt, aber später umso mehr unter die Haut geht. Die Erzählung bleibt nahezu konsequent in der Perspektive des verstörten Kindes. Da fragt man sich, warum derlei Meisterwerke nicht im Kino zu sehen waren, zumal man mit Eric Bana und Franka Potente durchaus zugkräftige Darsteller verpflichten konnte.

Foto: AL!VE