In Sachsen-Anhalt, nahe der Stadt Zerbst, liegt neben einem verlassenen Militärflugplatz das Dorf Straguth. Ein unwesentlicher Flecken, der Zeit hinterher oder auch voraus. Die Menschen, die hier leben, erzählen aus der Vergangenheit. über die Landschaft, Spuren von Zeitenwechsel und Übergang. Und immer, wenn man die kleine Kneipe Otto Nathos betritt, ist vom Krieg die Rede, die Zeit der Jugend ...

Der Dokumentarfilmer Thomas Heise, der seine Karriere bei der DEFA begann und sich mit zahlreichen Filmen über die DDR einen Namen machte, bewegt sich hier routiniert auf den Spuren der Vergangenheit. 1944-1945 waren in Straguth Vater und Onkel des Regisseurs interniert, in einem Arbeitslager für "jüdische Mischlinge". Die Briefe, aus denen im Film vorgelesen werden, schrieben einst seine Verwandten. Die Recherchen für seinen Film begann Heise bereits 1987/88, als er erstmals nach Straguth kam. Dort, wo das Lager stand, lag seinerzeit ein sowjetischer Militärflughafen. Heise lernte die Menschen kennen und legte mit seinen Videoaufnahmen den Grundstein für dieses Werk.