Als 1978 der Ausreiseantrag der 30-jährigen promovierten Chemikerin Nelly Senff aus der DDR endlich bewilligt wird, zieht sie mit ihrem neunjährigen Sohn Alexej in die Bundesrepublik. Hier will sie ein neues Leben beginnen, den Schmerz um den Verlust ihres Mannes vergessen. Doch zunächst landet sie im Notaufnahmelager Marienfelde bei Berlin. Fortan wird sie permanent von Geheimdienstlern befragt, muss Durchsuchungen über sich ergehen lassen und bekommt mysteriöse Unterstellungen in Bezug auf ihren russischen Mann zu hören. Von der erhofften Freiheit ist Nelly weit entfernt und mehr und mehr zieht sie ihre Entscheidung in Zweifel …

Was wohl eine kritische Auseinandersetzung mit den beiden deutschen Staaten hätte werden können, entpuppt sich leider als schlecht inszenierter Langeweiler. Dass die Geschichte auf dem Roman "Lagerfeuer" von Julia Franck, die selbst neun Monate im Notaufnahmelager Marienfelde gewesen ist, beruht, merkt man kaum. Regisseur Christian Schwochow ("Der Turm", "Die Unsichtbare") erzählt die Geschichte befremdlich distanziert, lässt kaum Nähe zu der Figur zu, so dass einem schnell egal ist, was hier eigentlich passiert. Packendes Gefühlskino ist dies nicht! Dennoch wurde Jördis Triebel beim Deutschen Filmpreis 2014 als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Foto: Senator