Eine kleine Wohnung irgendwo in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo: Hier teilen die jungen Muslims Luna und Amar Tisch und Bett. Die beiden sind ein modernes, wenn auch nicht immer glückliches Paar, gehören zur unbeschwerten Nachkriegsgeneration, sind erfolgreich im Job und wünschen sich nichts mehr als ein Kind. Allerdings wird ihre Beziehung durch Amars häufigen Alkoholkonsum belastet. Die Situation ändert sich grundlegend, als dieser alkoholisiert am Arbeitsplatz erwischt wird und daraufhin für ein halbes Jahr suspendiert wird. Notgedrungen nimmt Amar das Angebot eines alten Freundes an, in einem islamischen Ferien-Camp, das von den konservativ und dogmatisch geltenden Wahhabiten veranstaltet wird, als Computerlehrer zu arbeiten. Zu ihrer Verwunderung hört Luna nichts mehr von Amar - bis dieser zwei Wochen später als radikaler Islamist zurückkehrt. Es verlangt von Luna, das sie ihre westlich-geprägte Lebensweise aufgeben und streng nach den Regeln des Koran leben. Doch trotz immer größerer Meinungsverschiedenheiten will Luna um ihre große Liebe kämpfen ...

Regisseurin Jasmila Zbanic, die für ihr Drama "Esmas Geheimnis - Grbavica" 2006 mit dem Goldenen Bär der Filmfestspiele von Berlin ausgezeichnet wurde, legte mit "Zwischen uns das Paradies" erneut ein exzellent gespieltes Werk vor, in dem sie den Einbruch des radikal-konservativen Islam in eine bis dahin intakte und moderne Beziehung thematisiert. Zwar sind auch hier die Bilder nicht unbedingt kinotauglich, doch dafür entschädigen die hervorragenden, weil glaubhaften schauspielerischen Leistungen des Hauptdarsteller-Duos Zrinka Cvitesic und Leon Lucev.

Foto: Neue Visionen