Jenny (Adèle Haenel) ist Ärztin aus Leidenschaft und arbeitet vorübergehend als Aushilfe in einer Hausarztpraxis. Normalerweise ist sie zu jeder Zeit für ihre Patienten zur Stelle, sogar nach Feierabend. Doch eines Tages macht Jenny eine Ausnahme und reagiert nicht, als sie von einer Frau kontaktiert wird - mit fatalen Folgen, denn kurz darauf ist die Hilfesuchende tot.

Wurde sie ermordet? Was wollte sie am Abend vor ihrem überraschenden Tod bei Jenny? Und wer ist die Frau überhaupt? All diese bohrenden Fragen wird die Medizinerin nicht mehr los und macht sich kurzerhand auf die Suche nach Antworten.

Ernsthaftes Entertainmet

In dem Drama der belgischen Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten Luc und Jean-Pierre Dardenne gibt es nichts zu lachen: Mithilfe einer Erzählweise, die durch präzise Beobachtung der Handlung der Protagonistin besticht, gelingt ihnen ein ergreifender Film.

Während der spannenden Story fühlt der Zuschauer mit den Charakteren mit und nimmt an ihrem Innenleben unmittelbar teil. Neben den emotionalen und kriminalistischen Elementen wartet der Spielfilm zugleich mit sozialkritischen Aspekten auf und regt dadurch zum Nachdenken an.

Obgleich dieser Genremix etwas skurril klingt, entwickelt sich der Streifen zu einem gelungenen Gesamtpaket. Dadurch trägt insbesondere die hervorragende Hauptdarstellerin Adèle Haenel bei, die als französischer Schauspielstar gilt. Sie wurde bereits zweifach mit dem "César" ausgezeichnet. Einen weiteren Preis für ihre Rolle der Jenny in "Das unbekannte Mädchen" hätte Haenel durchaus verdient.