Da hüpft eine Jesusfigur zwischen roten Backsteinhäusern auf und ab, weil einige Jugendliche mit dem Gekreuzigten eine Seitengasse langrennen. Doch die eigentliche Marienprozession findet in der Straße nebenan statt. Nach diesem fulminanten Beginn kennt der Zuschauer auch den Grund dieser wunderlichen Szene: Die Jugendlichen sind die Kids von George und Ella, einem pakistanisch-britischen Ehepaar. Und ihr Vater kommt heute früher aus der Moschee zurück und darf sie auf keinen Fall bei dem christlichen Umzug sehen. Zwar lebt George Khan schon seit über 20 Jahren in England, wo er sogar etwas so urbritisches wie eine Fish-'n'-Chips-Bude betreibt, aber er fühlt sich nichtsdestotrotz als Pakistani. Und in diesem Sinne will er seine Kinder auch erziehen. Doch die haben im Jahr 1971 alles andere im Kopf, als gute Moslems zu werden: Nazir ist schwul, Saalem ein Hippie, Tariq der größte Herzensbrecher des Viertels und Tochter Meenah spielt lieber Fußball, als sich in einen Sari zu wickeln. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass der 12-jährige Sajid das ständige Drama zu Hause nur noch durch den kleinen Ausschnitt betrachtet, dem ihm die Kapuze seines Parkas lässt. Als George in Patriarchenmanier seine Söhne zu einer arrangierten Ehe zwingen will, eskaliert der Konflikt und Mutter Ella muss eine Entscheidung treffen ...

Der Film basiert auf Ayub Khan-Dins gleichnamigem Bühnenstück, in dem der Schauspieler (er spielte in "Sammy und Rosie tun es") seine Kindheit und Jugend im nordenglischen Salford beschreibt. Der irische Regisseur Damien O’Donnell machte daraus einen bittersüße Komödie mit urkomischen Momenten, die den Konflikt zwischen Tradition und Moderne nuancenreich ausleuchtet. Eine Milieustudie, die das Leben ausgelassen zu feiern versteht und dabei auch die Tragik der Situation ernst nimmt.

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