Was hat Davids (Benno Fürmann) Roman mit seinem eigenen Leben zu tun?
"Intrigo: Tod eines Autors" ist die Verfilmung einer Geschichte von Håkan Nesser.

Intrigo: Tod eines Autors

KINOSTART: 25.10.2018 • Drama • S / D / USA (2018) • 106 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Intrigo: Death of an Author
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
S / D / USA
Laufzeit
106 Minuten

Filmkritik

Sonntagskrimi auf der großen Leinwand
Von Sarah Schindler

Håkan Nesser ist ein Meister seines Fachs. Der schwedische Krimi- und Thrillerautor weiß, wie man den Leser fesselt und in die Irre führt. Das schafft die filmische Umsetzung seines Stoffs leider nicht ganz, trotz großartigem Cast.

"Intrigo: Tod eines Autors" basiert auf einer von drei Kurzgeschichten von Håkan Nesser, die sich alle um menschliche Intrigen und Tragödien drehen. "Tod eines Autors" liegen die Themen Schuld und Rache zugrunde. Wer nun allerdings erwartet, dass diese Trilogie einen festen Zusammenhang wie Stieg Larssons "Millennium"-Trilogie hat, der irrt. Nur lose sind die "Intrigo"-Teile miteinander verbunden. Somit wird man Ben Kingsley und Benno Fürmann in den kommenden Teilen "Intrigo: Samaria" und "Intrigo: Dear Agnes" nicht mehr wiedersehen – sehr schade, vor allem um Benno Fürmann, der eine absolute Glanzleistung abliefert.

David Moerk (Benno Fürmann) pilgert auf der Suche nach dem mysteriösen Bestsellerautor Henderson (Ben Kingsley) auf eine scheinbar einsame Insel, um ihm bei seinem neuen Roman um Rat zu fragen. Schnell wird klar, dass hinter Moerks Geschichte viel mehr steckt, als anfänglich vermutet. Die Bezüge zu seinem eigenen Leben und vor allem dem Verschwinden seiner Frau Eva (Tuva Novotny) werden immer deutlicher. Außerdem soll der Hobbyautor, der eigentlich Übersetzer ist, das letzte Werk eines anderen Autoren übersetzen, der Selbstmord begangen hat. Das und der Umstand, dass es neue Hinweise über den vermeintlichen Tod seiner Frau gibt, werfen David aus dem Gleichgewicht. Die Grenzen von Fiktion und Wahrheit verschwimmen, David verirrt sich in einem Labyrinth aus Angst, schlechtem Gewissen und dem Drang, die losen Enden zu verbinden.

Was sacht und leise als Gespräch zwischen zwei Männern beginnt und den Zuschauer langsam in die Rahmengeschichte einführt, entwickelt sich zu einer verworrenen und vielschichtigen Story. Ist man zu Beginn noch voller innerer Anspannung, weil man nicht weiß, wohin "Intrigo: Tod eines Autors" führen wird und welches Band die Autoren verbindet, so siecht der Film irgendwann nur noch vor sich hin. Die ständigen Wendungen sind vorhersehbar und die inszenatorische oft bieder anmutende Umsetzung trägt ihren Teil dazu bei.

Regisseur Daniel Alfredson, der bereits bei zwei Teilen der "Millennium"-Trilogie Regie führte ("Verdammnis" und "Vergebung", 2009), setzt den Fokus ganz auf David. Seine Erzählweise springt durch die Zeiten, und schnell wird klar, dass Davids eigene Geschichte nicht nur mit der aus seinem Buch, sondern mit noch viel mehr verknüpft ist. Doch obwohl man sich beim Lesen der Kurzgeschichte leicht auf falsche Fährten locken lässt, schafft es die filmische Umsetzung nicht, die Spannung kontinuierlich zu halten. Gleichzeitig wirr mit zu vielen losen Enden eines scheinbaren roten Fadens erzählt, nervt "Intrigo: Tod eines Autors" ab einem gewissen Zeitpunkt.

Trotz eines großartigen Benno Fürmann fragt man sich, ob dieser Film wirklich die große Leinwand braucht. Als Sonntagabend-Fernsehfilm hätte man sich "Intrigo: Tod eines Autors" auch vorstellen können.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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