Ford (Wyatt Russell) und seine Leute sollten eigentlich einen Radarturm zerstören - doch dann kommt alles anders.
"Operation: Overlord" ist eine ungewöhnliche Mischung aus Kriegs-, Horror- und Zombiefilm.

Operation: Overlord

KINOSTART: 08.11.2018 • Horror • USA (2018) • 110 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Overlord
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
38.000.000 USD
Einspielergebnis
41.657.844 USD
Laufzeit
110 Minuten
Regie
Music

Filmkritik

Naziploitation deluxe
Von Sarah Schindler

Zombiefilme mit Weltkriegsbezug gibt es viele, oft mehr schlecht als recht umgesetzt. Doch "Operation: Overlord" bricht nun endlich eine Lanze für das Genre. Was nicht zuletzt am Budget und dem Produzenten liegt.

J.J. Abrams, Produzent, Regisseur und Mastermind namhafter Serien und Kinofilme, hat sich erneut einem Genrefilm zugewandt. Natürlich heizte das im Vorfeld Spekulationen an, ob es sich dabei um einen weiteren Teil der "Cloverfield"-Filme handeln könnte. Denn schließlich weiß man bei Abrams nie genau, ob und wann er wieder auf diesen Zug aufspringt. Doch weit gefehlt: "Operation: Overlord" hat mit der Reihe absolut nichts zu tun. Zuschauer müssen aber nicht enttäuscht sein, denn mit dem Crossover von Kriegs-, Horror- und Zombiefilm kommt ein Streifen in die Kinos, der auch hartgesottene Horrorfilmfans abholt und sogar Actionliebhaber zufriedenstellen wird.

1944, ein Tag vor dem D-Day: Nachdem ihr Flugzeug von den Deutschen abgeschossen wurde, landen die amerikanischen Soldaten Boyce (Jovan Adepo) und Ford (Wyatt Russell) in feindlichem Gebiet. Ihr Auftrag mit dem Namen "Operation: Overlord" lautet, sich bis zu einem Radarturm in einem nordfranzösischen Dorf durchzuschlagen und diesen zu zerstören. Auf ihrem Weg dahin machen die beiden, die sich einem Alliierten-Trupp angeschlossen haben, eine furchtbare Entdeckung: Nazis haben, in den Katakomben einer Kirche, ein Labor errichtet, in dem an Soldaten grausame Experimente durchgeführt werden. Das will Boyce nicht mehr zulassen, und so steht der Trupp vor einem neuen Auftrag.

Früh wird der Zuschauer hineingezogen in das Geschehen – mit allem, was man von einem bildgewaltigen Kriegsactionfilm erwarten kann. Das erinnert an vieles, nur nicht an die gewohnten, trashigen Zombiefilme, die man bereits kennt. Strenggenommen sind die Zombies hier auch gar keine Zombies, und gerade das ist hier der entscheidende Punkt. Denn eigentlich ist "Operation: Overlord" ein Kriegsfilm, der sich mehr und mehr zum Horrorfilm entwickelt. Allein schon für die ausgezeichnete Maske lohnt sich der Gang ins Kino.

Dass die Thematiken Zweiter Weltkrieg und Zombies durchaus zusammenpassen, haben bereits Streifen wie "Dead Snow" oder "Angry Nazi Zombies" bewiesen. Allerdings stand bei diesen und ihren Artverwandten immer eine gewisse Trashigkeit im Fokus – was häufig an dem sehr begrenzten Budget lag. Fans solcher sogenannten Naziploitation-Filme hat das jedoch nie gestört – ganz im Gegenteil. Genau diesen Fokus möchte "Operation: Overlord" allerdings nicht für sich einnehmen und das ist auch gut so. Denn dieser Kriegs-Horror-Action-Film hatte nicht nur ein deutlich größeres Budget zur Verfügung, sondern auch einen Produzenten, der ein Gespür für gute Geschichten hat. J.J. Abrams war dabei nicht erst bei der Produktion involviert. Von ihm und Drehbuchautor Billy Ray stammt die Idee für den Film mit einer erstaunlich ernsten Geschichte.

Insgesamt ist "Operation Overlord" ein äußerst ansehnliches Werk, das durch grandios einschüchternde Kulissen, tolle Schnitte und eine brillante Maske glänzt. Hier steckt endlich das Geld drin, was manch anderem Titel aus diesem Genre gutgetan hätte. Da verzeiht man auch gerne Langatmigkeit in der Mitte des Films.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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