Touristinnen warten auf die Liebesdiener

Paradies: Liebe

KINOSTART: 03.01.2013 • Drama • Österreich, Deutschland, Frankreich (2012) • 120 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Paradies: Liebe
Produktionsdatum
2012
Produktionsland
Österreich, Deutschland, Frankreich
Budget
3.600.000 USD
Einspielergebnis
24.267 USD
Laufzeit
120 Minuten
Regie

Um der Tristesse zu Hause zu entfliehen, macht sich die 50-jährige Wienerin Teresa auf nach Kenia. Hier will sie zwanglos dem Sextourismus fröhnen - in der Hoffnung endlich die große Liebe zu finden. Zunächst versucht sie, sich wie viele weitere sogenannter Sugarmamas an den Stränden und in der Sonne zu erholen. Viele junge Schwarze bieten hier ihre Liebesdienste an, stets in der Hoffnung sich selbst und ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen. So trifft Teresa auf Munga. Der begleitet sie offenbar gerne, nimmt zumindest gerne ihr Geld. Auch nach den ersten Liebesdiensten will er Geld für seine Schwester und deren Kind. Teresa zahlt gerne, merkt jedoch später, dass die "Schwester" Mungas Frau und das Kind sein eigenes ist. Doch noch ist Teresa verliebt und lässt sich ausnehmen. Erst spät erkennt sie, dass hier Gefühle eine wesentlich geringere Rolle spielen als ihr Geld ...

Regisseur Ulrich Seidl ("Hundstage", "Import Export") packt gerne unangenehme Themen an, um diese unangenehm zu bebildern und den Zuschauer damit zu quälen. Da bildet dieser Auftakt einer Trilogie keine Ausnahme. Hier zeigt er gnadenlos, was niemand sehen will: eine korpulente 50-Jährige beim Sex mit Schwarzen. Natürlich geht es hier auch um Kritik an den Auswüchsen der Globalisierung, an der Ausbeutung (hier sexuelle) der Dritten Welt. Doch alle Figuren sind derart unsympathisch, nerven mit blödem Gerede und bleiben ebenso abstoßend und befremdlich wie vor einigen Jahren Laurent Cantet mit seinem Film "In den Süden", der Sextourismus amerikanischer Frauen in der Dominikanischen Republik thematisierte.

Foto: Neue Visionen

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