Kein anderes Ermittlergespann bietet eine derart reichhaltige Palette von hundsmiserabel über mittelmäßig bis hochspannend und erzählerisch brillant wie der "Tatort" aus München. Dieser Fall spielt zum Glück wieder an der Tabellenspitze: Eine hübsche Frau -in der einen Hand ein Glas, in der anderen die Champagnerflasche - bittet darum, gemeinsam "einen letzten Schluck" zu nehmen. Schnitt! Die Frau liegt blutüberströmt 12 Etagen tiefer auf dem Asphalt. Mord oder Suizid? Im Arzneischränkchen in ihrer Wohnung befinden sich mehrere Packungen Antidepressiva - allerdings ohne dazugehörige Rezepte oder erklärende Arztbesuche. <ü> Die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) - mit ihrem 67. gemeinsamen Fall eines der dienstältesten Teams der "Tatort"-Landschaft - ermitteln mit neuen Kollegen. Dann die überraschung: Der miesgelaunte Leitmayr hatte mit dem Opfer, eine Prostituierte, einst eine enge Beziehung, was er verschwiegen hat. Er wird vom Fall abgezogen, ermittelt aber auf eigene Faust weiter … Nicht die einzige verblüffende Wende, die dem Zuschauer Am Ende des Flurs entgegenschlägt. Einen starken Auftritt liefert auch Franz Xaver Kroetz, der einstige Beau aus Helmut Dietls Serie "Kir Royal". Mit Bravour mimt er den möglichen Mörder als motzigen Großkotz. Stephan Mertens

Foto: BR/Denise Vernillo