In ruhigen Momenten greifen die Soldaten gerne mal zur Gitarre.
Das tatsachenbasierte Kriegsdrama "The Outpost - Überleben ist alles" zeichnet den Kampf einiger US-Soldaten gegen eine Taliban-Übermacht nach.

The Outpost - Überleben ist alles

KINOSTART: 17.09.2020 • Kriegsfilm • USA (2020) • 123 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
The Outpost
Produktionsdatum
2020
Produktionsland
USA
Filmstudio
Millennium Media, York Films, Perfection Hunter Productions
Budget
18.000.000 USD
Einspielergebnis
2.133.452 USD
Laufzeit
123 Minuten
Regie
Music
Larry Groupé
Kamera
Lorenzo Senatore

Filmkritik

In ständiger Gefahr
von Christopher Diekhaus

"The Outpost – Überleben ist alles" zeichnet den verzweifelten Kampf einiger US-Soldaten gegen eine Taliban-Übermacht. Das Kriegsdrama mag keine großen Einsichten vermitteln, kommt aber immerhin die meiste Zeit ohne triefendes Heldenpathos aus.

Die Lage des Außenpostens ist alles andere als günstig. Und doch müssen einige US-Soldaten in dem Camp in der nordafghanischen Provinz Nuristan nahe der pakistanischen Grenze ihren Dienst verrichten. Eingekesselt von steilen Bergwänden, geben die im Tal sitzenden Amerikaner hervorragende Ziele für die immer wieder attackierenden Taliban-Kämpfer ab. Die eigentliche Aufgabe, friedliche Beziehungen mit den Einheimischen auf den Weg zu bringen und ihnen mit Wiederaufbauprojekten zu helfen, kommt bloß schleppend voran, obwohl sich Captain Ben Keating (Orlando Bloom) darum bemüht, seine Pflichten zu erfüllen.

Auch die Neuankömmlinge rund um Sergeant Clint Romesha (sieht selbst verdreckt stets wie aus dem Ei gepellt aus: Scott Eastwood) begreifen schnell, dass jederzeit Ungemach über sie hereinbrechen kann. Fast täglich liefern sich die Soldaten Feuergefechte mit den Terroristen, die in den Hängen nur schwer auszumachen sind. Als irgendwann – zu diesem Zeitpunkt haben bereits mehrere Befehlshaber ihr Leben gelassen – die Nachricht eintrifft, dass der Posten geschlossen werden solle, heißt es für die verbliebenen Männer: abwarten. Anfang Oktober 2009 kommt es allerdings noch einmal zu einem verheerenden Angriff der Taliban.

"The Outpost – Überleben ist alles" basiert auf einem Sachbuch des Journalisten und CNN-Moderators Jake Tapper. Die verdichtete Aufarbeitung der Ereignisse durch Regisseur Rod Lurie besteht im Grunde aus zwei Teilen: Zunächst taucht der Zuschauer zusammen mit den frisch eingetroffenen Soldaten in den Alltag des Außenpostens ein. Kleine Scharmützel unterstreichen die ständige Gefahr. Einiges an Zeit nimmt sich der Film aber auch, um die Gruppendynamik innerhalb des Lagers darzustellen. Die Bewohner scherzen, geraten aneinander, musizieren gemeinsam, lassen sich über das "Drecksloch" aus, in dem sie gefangen sind. Und immer mal wieder erfährt man durch Gesprächsfragmente etwas über ihr Leben in der Heimat, das sie vorübergehend hinter sich gelassen haben.

"The Outpost" entwirft nicht das Bild einer strahlenden Heldentruppe, sondern eines heterogenen Haufens. Besonnene Zeitgenossen treffen hier auf Kindsköpfe und unberechenbare Charaktere wie den Außenseiter Ty Carter (sticht mit seinem intensiven Spiel hervor: Caleb Landry Jones). Ab und an zeigt der Regisseur Begegnungen mit den Einheimischen, in denen kulturelle Differenzen zutage treten. Echtes Interesse für die lokalen Gegebenheiten und für eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit der amerikanischen Präsenz bringen die Macher jedoch nicht auf. So, wie man es aus vielen in dieser Region angesiedelten US-Kriegsfilmen kennt. "Lone Survivor" und "Operation: 12 Strong" sind nur zwei Beispiele für Filme, die Hintergründe weitgehend ausblenden.

Deren Hang zum Hurrapatriotismus und zur Überhöhung der Soldaten als Märtyrer umschifft "The Outpost" im zweiten Teil zum Glück eine ganze Weile. Nach etwas mehr als einer Stunde bricht im Camp erwartungsgemäß Chaos aus, wobei sich die Kamera blindlings in das Getümmel hineinstürzt. Die große Taliban-Offensive inszeniert Laurie als wuchtiges Inferno ohne Atempause. An allen Ecken und Ende kracht es. Überall spritzt Erde hoch. Männer reißt es von den Füßen. Und regelmäßig folgt der Film in längeren, schnittlosen Einstellungen einzelnen Soldaten durch den zum Schlachtfeld mutierenden Außenposten.

Technisch und logistisch leisten der Regisseur und seine Mitstreiter Erstaunliches. Viele Erkenntnisse über das Grauen der Auseinandersetzung hinaus nimmt man am Ende aber nicht mit – auch wenn informierende Texte, Bilder und Interviewaussagen einiger am Kampf beteiligter Personen vor und während des Abspanns für etwas Einordnung sorgen sollen. Kräftige pathetische Töne kann sich der Film hier übrigens nicht mehr verkneifen.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

Der britische Schauspieler Orlando Jonathan Blanchard Bloom wurde am 13. Januar 1977 in Canterbury, England geboren.
Orlando Bloom
Weitere Darsteller
Scott Eastwood Caleb Landry Jones Ernest Cavazos Taylor John Smith Cory Hardrict Milo Gibson Bobby Lockwood Jacob Scipio Jack Kesy Celina Sinden Jonathan Yunger Alexander Arnold Will Attenborough Scott Alda Coffey Sharif Dorani Jack DeVos Henry Lloyd-Hughes James Jagger Josiah-Jack Kalian Kwame Patterson Daniel Rodriguez Alfie Stewart Trey Tucker Brandon Wengrzynek Peter Petrov Aleksandar Aleksiev Jeremy Ang Jones Ahmad Sakhi Anton Trendafilov Soel Sidiki Mobin Asoli Marin Rangelov Anna Bankina M. Scott Mortensen Simon Feek Anthony Kenmore Derek Morse Todor Berov Nikolay Savov Tymon Carter Fahim Fazli

Neu im kino

Digger (2026)
Digger
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Verity – Dunkle Geheimnisse (2026)
Verity – Dunkle Geheimnisse
Mystery • 2026
prisma-Redaktion
Corpus Delicti (2026)
Corpus Delicti
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Emil und die Detektive (2026)
Emil und die Detektive
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Eiserne Wildnis – Heart of the Beast (2026)
Eiserne Wildnis – Heart of the Beast
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise (2026)
Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Adams Acht (2026)
Adams Acht
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Coyote vs. ACME (2026)
Coyote vs. ACME
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern (2026)
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Bad Apples (2026)
Bad Apples
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Oasis: Don't Look Back in Anger (2026)
Oasis: Don't Look Back in Anger
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaterland (2026)
Vaterland
Drama • 2026
prisma-Redaktion
That's Why the Lady Is A Champ (2025)
That's Why the Lady Is A Champ
Historie • 2025
prisma-Redaktion
Das gewisse Etwas (2026)
Das gewisse Etwas
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Das Ende der Sterne (2026)
Das Ende der Sterne
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos (2026)
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
One Night Only (2026)
One Night Only
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Marsupilami (2026)
Marsupilami
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Insidious: Out of the Further (2026)
Insidious: Out of the Further
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spaziergang nach Syrakus (2026)
Spaziergang nach Syrakus
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Im Spiegel meiner Mutter (2026)
Im Spiegel meiner Mutter
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Steckerlfischfiasko (2026)
Steckerlfischfiasko
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
The End of Oak Street (2026)
The End of Oak Street
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
You, Me & Italy (2026)
You, Me & Italy
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Paw Patrol: Der Dino Film (2026)
Paw Patrol: Der Dino Film
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Nightborn (2026)
Nightborn
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spider-Man: Brand New Day (2026)
Spider-Man: Brand New Day
Science Fiction • 2026
Die Odyssee (2026)
Die Odyssee
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
So klingt das Leben (2025)
So klingt das Leben
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Was haben wir gelacht (2026)
Was haben wir gelacht
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion