Die bulgarische Hauptstadt Sofia, Anfang der Neunzigerjahre: Während das gesellschaftliche Leben von politischen Veränderungen, Korruption und sozialer Unterdrückung gekennzeichnet ist, schlagen sich der Draufgänger Stash und seine Gang mit kleinen kriminellen Delikten mehr schlecht als recht durch den Alltag. Als sich Stash in Becky verliebt, ahnt er nicht, dass dies üble Folgen für ihn hat. Denn als er und seine Gang verhaftet werden, stellt sich heraus, dass deren Vater der korrupte Funktionär Katev ist, der Stash mit lebenslanger Haft droht, falls dieser Becky wiedersehen würde. Natürlich hält sich Stash nicht an das Verbot, sondern nach dem Fall der Mauer wollen sie gemeinsam mit Freunden nach Deutschland flüchten. Doch an der Grenze lauert schon Beckys Vater, so dass Stash allein ins gelobte Land flüchtet. Erst als sich die politische Situation in Bulgarien ändert, kehrt Stash zurück und muss erfahren, dass nichts mehr so wie früher ist ...

Der bulgarische Filmemacher Viktor Tschoutschkow Jr. erzählt in seinem auf Filmfestivals gefeierten und vielfach prämierten, autobiografisch gefärbten Regiedebüt eine Liebesgeschichte vor der Hintergrund des post-kommunistischen Wandels in seinem Heimatland. Nicht immer klischeefrei in Szene gesetzt, ist das Porträt der jungen Generation durchaus gelungen, doch allzu oberflächlich bleiben die Figurenzeichnungen der Protagonisten, so dass es dem Zuschauer schwer fällt, sich mit diesen zu identifizieren. "Tilt" war in Bulgarien ein großer Kassenschlager.

Foto: Port-au-Prince (Barnsteiner)