Am 1. Juli 2010 wurde der dreifache Mörder Michael Perry in Huntsville, Texas, mit der Giftspritze hingerichtet. Damit wurde ein Verbrechen gesühnt, das seinerzeit für Entsetzen in den USA sorgte. Denn Perry hatte mit seinem Komplizen Jason Burkett, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, zunächst eine Frau getötet, um an ihr Cabrio zu kommen. Als sie dann von dem Sohn des Opfers überrascht wurden, lockten sie diesen und dessen Freund in einen Wald und ermordeten auch die beiden.

In langen Gesprächen mit Perry und Burkett, mit Angehörigen der Opfer und den Ermittlern erkundet Regisseur Werner Herzog, warum Menschen zu Mördern werden und warum ein Staat töten lässt. Herzog erlaubt den Zuschauern, wie er sagt, einen Blick in den Abgrund der menschlichen Seele. Zugleich lässt der Chor der Stimmen, den Herzog ohne verbindenden Kommentar zusammenkomponiert hat, einen Blick auf amerikanische Träume und Albträume zu, auf zerbrochene Familien und sinnentleerte Kriminalität. Obwohl Herzog in seinem Film nicht explizit dazu Stellung nimmt, ist seine Arbeit ein verstörendes und aufwühlendes Plädoyer gegen die Todesstrafe, ein Besuch in einer dem Zuschauer unbekannten Welt, in der die Humanität verloren zu gehen scheint. "Tod in Texas" feierte seine Weltpremiere 2011 auf dem Filmfestival von Toronto und anschließend auf dem Sundance Festival. Viele weitere internationale Filmfestivals nahmen die Produktion auf.

Foto: ZDF/Creative Differences