Der erfolgreiche Banker und Familienvater René Bousquet wird 1978 von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt: 1942 soll er als Polizei-Generalsekretär im unbesetzten Teil Frankreichs Kompromisse mit den deutschen Besatzern und den Schergen Himmlers eingegangen sein. Er wird für die Razzia vom Vél d'Hiv, die Massenverhaftung Pariser Juden, verantwortlich gemacht. Mit seinen Zugeständnissen glaubte der damalige Polizist, durch die Deportation nichtfranzösischer Juden das Leben der französischen erkaufen zu können. Für Bousquet beginnt ein gnadenloser Spießrutenlauf ...

Regisseur Laurent Heynemann "Die Dame, die im Meer spazierte") greift in seinem gesellschaftskritischen Drama das Thema der Kollaboration von Franzosen mit den deutschen Besatzern auf. Daniel Prévost ("Die Auferstehung des Colonel Chabert", "Ein Mann und sein Hund") überzeugt in Heynemanns sensibel inszenierte Regiearbeit in der Rolle des Polizisten, der sich schuldig gemacht hat, sich aber auch nach Jahrzehnten nicht zu dieser Schuld bekennen will.

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