Nur wenige wissen auf Anhieb, wo genau das Causse du Larzac liegt. Die einsame Kalk-Hochebene in Südfrankreich im Département Aveyron ist besonders für ihren schmackhaften Käse, den berühmten Roquefort, bekannt. In den Siebzigerjahren war die Gegend aber plötzlich in aller Munde, denn breite Bevölkerungskreise einschließlich der eher konservativen Bauern wehrten sich gegen die Pläne der französischen Regierung, das seit 1903 bestehende Übungsgelände des Militärs von 3000 auf 14000 Hektar auszuweiten. So hatte es der damalige Verteidigungsminister Michel Debré im Oktober angekündigt. Die Bauern sollten ihren Grund und damit ihre Lebensgrundlage zu einem Spottpreis verkaufen - sonst wären sie enteignet worden. Innerhalb von kürzester Zeit breitete sich der Widerstand bis Paris aus, während das Larzac zum Mekka junger Umweltaktivisten wurde, die die bäuerliche Bevölkerung in ihrem friedlichen Protest unterstützen ...

In seinem faktenreichen Dokumentarfilm, in dem sich viele ehemalige Protagonisten der Protestbewegung an die damaligen Ereignisse erinnern und mit witzigen Anekdoten aufwarten, zeichnet Filmemacher Christian Rouaud mit vielen historischen Aufnahmen die Geschichte des Widerstands im Larzac nach. Zehn Jahre lang dauerte der Kampf gegen Naturzerstörung, Militarismus und staatliche Willkür, bis die 1971 formulierten Pläne unter der Präsidentschaft von François Mitterand schließlich zurückgenommen wurden. "Tous au Larzac" wurde 2012 mit dem César als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Foto: Blueberry Pictures