Familie Niemayer lebt ein ganz normales Leben in einer gut situierten Stadtrandsiedlung von Berlin. Das Familienglück wird jäh zerstört, als Jenny die siebenjährige Nachbarstochter Luzi tot im Wald findet. Alles deutet darauf hin, dass ihr Sohn Tim an Luzis Tod eine Mitschuld trägt. Um ihn zu beschützen, schwört Jenny ihn auf ein unheilvolles Geheimnis ein, von dem auch Vater Michael nie erfahren darf. Tim aber kann nicht vergessen. Immer tiefer geraten Mutter und Sohn in einen Sog aus Lügen, Selbsttäuschung und Verdrängung...

Ein erschütterndes Familiendrama von Aelrun Goette um eine Mutter, die ihren Sohn unter allen Umständen beschützen will - koste es, was es wolle. Besonders Bibiana Beglau macht die Ängste und die Verzweiflung der Mutter fast greifbar. Ihr Lohn: der Adolf-Grimme-Preis 2007, den auch Regisseurin Goette und Kameramann Jens Harant für seine gelungenen Bilder erhielt. Bereits in ihren Dokumentarfilm "Ohne Bewährung" (1997) beschäftigte sich die Goette mit einem grausamen Kriminalfall. Seinerzeit sorgte der Fall einer Jugendlichen, die mit Freunden ein Mädchen bestialisch umgebracht hatte, für große Aufmerksamkeit. Und auch in der Dokumentation "Die Kinder sind tot" (2003) schilderte Goette den Fall einer jungen Mutter, die ihre beiden kleinen Söhne verdursten ließ.

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