Mit seinem Hit "Gua", in dem er seine Erlebnisse als Kindersoldat im Sudan verarbeitete, wurde der Sudanese Emannuel Jal ein Star. Kaum vorstellbar, wenn man sich seine Biografie näher ansieht: Als siebenjähriger Junge verlor er seine Mutter, danach wurde er zum Kindersoldaten ausgebildet. Doch 1991 gelang ihm die Flucht, eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation "Street Kids" adoptierte ihn, verstarb aber bereits 1993. Trotzdem setzte Jal seinen Weg unbeeindruckt fort, Freunde ermöglichen ihm den Schulbesuch, und er begann Musik zu machen. Heute ist Emannuel Jal in Afrika ein Star, singt auf Englisch, Arabisch, Suaheli und in zwei sudanesischen Sprachen.

Regisseur Christoph Karim Crobog zeigt hier das eindrucksvolle Porträt eines Mannes, der diesem Teufelskreislauf entgangen ist und seine Erfahrungen als Kindersoldat mit seiner Rap-Musik verarbeitet. Wie wichtig die Aueinandersetzung mit der Problematik der Kindersoldaten ist, zeigen die Angaben der UNO, nach denen es weltweit etwa 250000 Kindersoldaten, die meisten davon in Afrika, gibt. Viele werden zwangsrekrutiert. Andere kommen aus den ärmsten Schichten der Gesellschaft oder haben ihre Eltern verloren und schließen sich auf der Suche nach einer Existenzgrundlage den bewaffneten Truppen an. Die Kinder werden den gleichen Belastungen ausgesetzt wie erwachsene Soldaten, lassen sich meist jedoch leichter manipulieren. Oft werden sie geschlagen, misshandelt und gezwungen, Grausamkeiten zu begehen. Entsprechend hoch ist natürlich auch das Risiko, verletzt oder gar getötet zu werden.

Foto: B.Film