Ende der Sechzigerjahre wird die neunjährige Caro in einem kleinen niederländischen Dorf auf die bevorstehende Kommunion vorbereitet. Doch Caro plagen ganz andere Sorgen: Durch den Alkoholismus des Vaters droht die Familie auseinander zu brechen. Und das, wo die Mutter schon wieder schwanger ist und die Menschen nur die Mondlandung des Raumschiffs Apollo 11 im Kopf zu haben scheinen. Als der Vater dem Mädchen verspricht, das Trinken aufzugeben, glaubt Caro zunächst seinen Worten. Doch schon bald muss sie erkennen, dass ihr Vater heimlich zur Flasche greift...

Eine grandios gespielte und inszenierte Regiearbeit von Stijn Coninx, in dem er das ergreifende und auffällig ehrliche Porträt eines kleinen Mädchens zeichnet und darüber hinaus eine klare Studie der späten Sechzigerjahre auf dem Land entwickelt. Fast konsequent aus der Sicht des Kindes erzählt, geht es hier um viele Fassetten des Lebens. Es existieren zwar Antibabypille, John Lennon und Jassir Arafat, sie tauchen aber nur als befremdende Bilder und Zeichen einer fernen Realität auf. Scheint sich zu Beginn noch alles in einfache Muster zu fügen, in denen klar ist, wer wann was zu tun hat, so löst sich diese Ordnung schon bald auf. Dank brillanter Darsteller - allen voran Huub Stapel als trinkender, aber dennoch auch liebenswerter Vater und Johanna ter Steege als arg gebeutelte Mutter, die dem Druck, alles zusammenhalten zu müssen, nicht stand länger hält - ist dies ein gefühlvoller Familienfilm, der trotz der historischen Hintergründe der Sechzigerjahre zeitlos wirkt.Für die hervorragenden Bilder sorgte übrigens der in Brügge geborene flämische Kameramann Walther van den Ende, der schon Filme wie "Im Herzen des Landes", "Maestro", "Toto der Held", "Kalmans Geheimnis" und "Die geheimnisvolle Minusch" auf die Kinoleinwand bannte.

Foto: Movienet