Über viele Jahre galt das zwischen China und Indien gelegene Königreich Bhutan, das etwa so groß ist wie die Schweiz, als eines der abgeschottensten Länder der Welt. Doch nun will sich das Land öffnen, zwar sind Hotel-Konzerne und Fast-Food-Ketten noch immer verboten, doch die Regierung will das Land, das nicht viel mehr als 700 000 Einwohner hat, nach und nach moderniseren, ohne jedoch seine Seele zu verkaufen. Aufsehenerregend ist ein Projekt, das von Beamten des "Ministeriums für Glück" (!) gesteuert wird: Acht Monate waren Mitarbeiter unterwegs, um bei 7 000 ausgewählten Personen im ganzen Land das Glück im Land abzufragen. So hofft man, das "Gross National Happiness", das Bruttonationalglück, bestimmen zu können.

Nein, das ist kein Scherz, in Bhutan existiert das Ministerium für Glück tatsächlich. Der österreichische Filmemacher, Schriftsteller und Musiker Harald Friedl hat zwei von fünf Forschungs-Teams - angeführt von Tshoki und Karma - zwei Monate auf ihrer achtmonatigen, unwegsamen Reise durch das hierzulande kaum bekannte Land begleitet. Friedl zeigt größtenteils unkommentiert nicht nur atemberaubende Landschaften sondern auch Menschen, die schon mit kleinen Dingen glücklich gemacht werden können. So erklärt etwa eine Frau auf die Frage, was glücklich mache: "Elektrizität und ein Handymast". Sicher kein Wunder in einem wunderschönen Land zwischen Himalaya und Urwald, das erst Ende des 20. Jahrhunderts das Fernsehen einführte und in dem es etwa rigide Importbeschränkungen für Plastik gibt. Mit Hilfe der Glücksbefragung soll nun die moderate Modernisierung weiter vorangetrieben werden.

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