Ihr Freund benimmt sich seltsam. Wie wird Carola (Julia Koschitz) auf den veränderten Steve reagieren?
Mit seiner Paarkomödie "Wie gut ist deine Beziehung?" will Ralf Westhoff an Filme wie "Shoppen" anknüpfen.

Wie gut ist deine Beziehung?

KINOSTART: 28.02.2019 • Komödie • D (2019) • 112 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Wie gut ist deine Beziehung?
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
D
Filmstudio
ARD
Laufzeit
112 Minuten
Regie
Ralf Westhoff
Music
Oliver Thiede

Filmkritik

Lahmer Paarbetrieb
von Claudia Nitsche

Wenn ein guter Regisseur mit einem tollen Schauspieler-Team eine spannende Frage bearbeitet, sind die Weichen gestellt für einen neuen Lieblingsfilm. Doch "Wie gut ist deine Beziehung?" schleppt sich auf ausgetretenen Pfaden vorwärts und lässt sowohl Humor als auch Ernsthaftigkeit vermissen.

Ralf Westhoff ist kein Mann der vielen Filme, doch er hat sich gleich mit seinem ersten ein Denkmal gesetzt. 2006 präsentierte er "Shoppen". Ein Film zur rechten Zeit, Thema: Speeddating in München. Seine toll in Szene gesetzten Schauspieler ließen den pointenreichen Film zum Geheimtipp werden, gefühlt gab es keine einzige schlechte Kritik, und die Karriere von Julia Koschitz ging danach so richtig los. Sie durfte dann auch in "Der letzte schöne Herbsttag" mitspielen und 2010 lange laut über Für und Wider einer Beziehung nachdenken. Zuletzt drehte der gebürtige Münchner "Wir sind die Neuen", einen WG-Film, der Alt-68er und Neu-Yuppies unter einem Dach vereinte. Nun, in "Wie gut ist deine Beziehung?", geht der Blick wieder hin zum Paarbetrieb.

Westhoff erzählt von dem langjährigen Paar Steve (Friedrich Mücke) und Carola (Julia Koschitz). Die beiden kommen mit ihrer Koch- und Sofaroutine eigentlich ganz gut klar. Sie sind ein eingespieltes Team, das aber ins Wanken gerät, weil einerseits sein guter Freund Bob (Bastian Reiber) verlassen wird und andererseits im Berufsleben Optimierer dem bequemen Steve auf den Zahn fühlen. Eine Demütigung, die an ihm nagt, und außerdem mag er sowieso keine Veränderungen.

Nebenbei hat Bobs Freundin einen um einiges älteren Mann auserkoren, einen Tantra-Lehrer (Michael Wittenborn). Klischee eins: Der Neue hat was mit Yoga zu tun und ist daher einfühlsam. Das finden beide Männer, Bob und Steve, unheimlich und wenden sich Klischee zwei zu: Fühl dem Yoga-Typen auf den Zahn. Inkognito soll Steve "mal eine Stunde nehmen", und man weiß, jetzt geht es los mit den Verwicklungen. Carola wird misstrauisch, die beste Freundin (Maja Beckmann) piekt gerne in die Wunde, während Steve feststellt, dass der Neue ein netter Kerl ist, von dem er vielleicht profitieren könnte in Sachen Beziehungsauffrischung.

Die Idee, jenen älteren Herrn auf die eigene Freundin anzusetzen, ist leider so einfallslos wie viele Dinge im Verlauf der Handlung. Für Carolas Entwicklung fällt dem Drehbuch nichts anderes ein als Schuhkauf und ein Friseurbesuch. Auf anstrengend naive Art und Weise bewegt sich die Komödie von einem Hindernis zum nächsten, nimmt weder sich selbst noch die Anwesenden ernst und ist doch viel zu dröge inszeniert, um als "Screwball" durchgehen zu können. Zumal in einer Screwball-Komödie das Aufdröseln der Ereignisse vermieden wird.

Regisseur und Drehbuchautor Ralf Westhoff nimmt zu keinem Zeitpunkt Fahrt auf, stellt Singles und Menschen, die in Beziehungen leben, ebenso als Fremdkörper gegenüber wie Männer und Frauen.

Julia Koschitz zeigt erstaunlich wenig Mimik, und auch der meist überragende Friedrich Mücke ("Russendisko", "Ballon") bleibt hier erstaunlich blass. Einzig Michael Wittenborn macht noch das beste aus seiner Rolle. Es ist verwunderlich, dass Regisseur Westhoff in Kombination mit diesem Cast ein so halbgares Werk abliefert, bei dem eigentlich jeder Gag steckenbleibt. Strukturlos, gekünstelt und spaßfrei geht es in Richtung Happy End, und alle dürfen bleiben, wie sie sind. Wie es scheint, wollte Westhoff an seine humortechnisch bereits durchwachsene Leistung von "Wir sind die Neuen" anknüpfen. Gelungen ist ihm das nicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Mit "Friendship!" kam der Durchbruch: Friedrich Mücke.
Friedrich Mücke
Julia Koschitz, geboren in Brüssel, ist eine österreichische Film- und Theaterschauspielerin.
Julia Koschitz
Steffen Groth als Ermittler Hauke Jessen im
"Großstadtrevier" an der Seite von Maria Ketikidou
Steffen Groth
Weitere Darsteller
Michael Wittenborn Michael Maertens Maja Beckmann Gabriel Raab Patrick Güldenberg Dagmar Leesch

Neu im kino

The Piano Tuner (2026)
The Piano Tuner
Krimi • 2026
prisma-Redaktion
Vom Traum, unsinkbar zu sein (2026)
Vom Traum, unsinkbar zu sein
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Minions & Monster (2026)
Minions & Monster
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Supergirl (2026)
Supergirl
Action • 2026
prisma-Redaktion
Jackass: Einer geht noch (2026)
Jackass: Einer geht noch
Action • 2026
prisma-Redaktion
Power Ballad – Der Song meines Lebens (2026)
Power Ballad – Der Song meines Lebens
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
The Death of Robin Hood (2026)
The Death of Robin Hood
Drama • 2026
LOL 2.0 (2026)
LOL 2.0: Anne’s Golden Hour
Komödie • 2026
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens (2025)
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens
Animation • 2025
prisma-Redaktion
Dolly (2026)
Dolly
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit (2026)
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Mystery • 2026
prisma-Redaktion
Masters of the Universe (2026)
Masters of the Universe
Action • 2026
prisma-Redaktion
Sommer auf Asphalt (2026)
Sommer auf Asphalt
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Scary Movie (2026)
Scary Movie
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Solo Mio (2026)
Solo Mio
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Passenger (2026)
Passenger
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Verflucht normal (2025)
Verflucht normal
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Backrooms (2026)
Backrooms
Horror • 2026
Vivaldi und ich (2025)
Vivaldi und ich
Musik • 2025
prisma-Redaktion
Mother Mary (2026)
Mother Mary
Musik • 2026
prisma-Redaktion
The Mandalorian and Grogu (2026)
Star Wars: The Mandalorian and Grogu
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang (2026)
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Glennkill – Ein Schafskrimi (2026)
Glennkill – Ein Schafskrimi
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus (2026)
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Nürnberg (2025)
Nürnberg
Historie • 2025
prisma-Redaktion
Love Me Tender (2025)
Love Me Tender
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Mortal Kombat II (2026)
Mortal Kombat II
Action • 2026
prisma-Redaktion
Der Teufel trägt Prada 2 (2026)
Der Teufel trägt Prada 2
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Der Wunderweltenbaum (2026)
Der Wunderweltenbaum
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Rose (2026)
Rose
Drama • 2026
prisma-Redaktion