Rund um den Stuttgarter Wilhelmsplatz ereignen sich vier kuriose Geschichten: Während Bruno wegen angeblicher Veruntreuung aus der eigenen Firma geschmissen wird und er sich auf dem Platz vor der Firma mit einer Art Sitzstreik fast schon häuslich niederlässt, schaut Dönerbudenbesitzer Habib dem illustren Treiben zu. Dann allerdings wird dieser mit seiner Jugendliebe konfrontiert, die er einst schwanger in der Türkei sitzen ließ. Habibs Sohn Neco indes hat sich in eine Studentin verliebt. Sein Problem: Er ist bereits verheiratet und hat ein Kind. Der Rentner Ingo hingegen hat ein ganz anderes Problem: Er hat nicht mehr lange zu leben und will seine Tochter nach 40 Jahren um Vergebung zu dafür bitten, dass er sich nie um sie gekümmert hat ...

Zugegeben: Ein paar Szenen sind eindeutig zu lang geraten und laufen oft ins Leere. Doch insgesamt ist Regiedebütant Michael Baumann mit diesem Film ein akzeptables Werk um Identitätssuche, Verangenheitsbewältigung und Existenzängste gelungen, bei dem vor allem die Darsteller zu punkten wissen und viele Details am Rande das Ganze sensibel aufrunden. Einige starke Szenen verlieren sich zwar in den vielen oft überfrachteten Handlungssträngen, finden aber zu einem stimmigen, durchaus berührenden Ende.

Foto: Indie Films