Becker (Peter Kurth) sitzt wegen Raubmordes eine 18-jährige Haftstrafe ab. Während dieser Zeit durchläuft er die vollständige Resozialisierung, denkt viel über seine Tat nach und würde sie am liebsten ungeschehen machen. Als er endlich wieder auf freiem Fuß ist, setzt er alles daran, wieder in den Alltag zurückzufinden.

Zunächst scheint ihm dies zu gelingen: Becker engagiert sich in einem neuen Beruf, beginnt eine Beziehung mit der Reingungskraft Rita (Catrin Striebeck) und baut sich einen Freundeskreis auf. Aber dann erscheinen düstere Geister der Vergangenheit und lassen das Idyll seines neuen Lebens zerbrechen: Dahlmann (Karl Markovics), der durch Becker einst Frau und Kind verlor, fordert Vergeltung für den Tod seiner Familie. Kann Becker seinem Verfolger entkommen?

Facettenreich und fesselnd

Der Streifen des deutschen Nachwuchsregisseurs und -drehbuchautors Lars Henning bietet eine gelungene Mischung aus Drama, Kriminalfilm und Thriller. Dabei besticht vor allem die klare Zeichnung des Hauptcharakters mit seinem psychologisch verstrickten Innenleben, das von Reue geprägt ist. Aber auch die wendungsreiche Handlung macht den Gang ins Kino lohnenswert.

Der Protagonist, gespielt von Peter Kurth, der für seine Rolle den "Deutschen Filmpreis" erhielt, wechselt vielfach von der "bösen" zur "guten" Seite, wird vom Täter zum gejagten Opfer. All dies wird gekonnt atmosphärisch verdichtet, wie man es sonst von skandinavischen Produktionen kennt. Ausgefeilte Dialoge und starke Bildsprache verleihen dem Film schließlich das i-Tüpfelchen.